Alle sagen immer: "Liebe trifft dich, wenn du es am wenigsten erwartest."
Aber habe ich nicht irgendwann lange genug gewartet?
Sollte nicht auch ich mal an der Reihe sein?
Ich warte, warte und warte –
doch immer trifft es die anderen.
Bin ich etwa unmöglich zu lieben?
Ich tue so, als wäre ich fein damit,
immer nur die zu sein, die daneben steht,
wenn man mal wieder meine Freundin
nach ihrer Nummer fragt.
Warum nie mich?
Langsam werde ich zu alt
für eine erste große Jugendliebe.
Langsam glaube ich nicht mehr
an die Liebe auf den ersten Blick.
Ist es wirklich zu viel verlangt,
auch mal an das unscheinbare Mädchen zu denken,
das still in der hintersten Ecke steht?
Manchmal rede ich mir ein,
dass es vielleicht sogar besser so ist.
Keine Sorgen,
keine Streitereien wegen Kleinigkeiten.
Aber tief in mir denke ich doch immer wieder:
Wie schön wäre es,
jemanden zu haben,
der mich wirklich kennt.
Der da ist,
wenn ich ihn brauche.
Also warte ich weiter –
geduldig –
auf den Moment,
an dem die Liebe mich trifft,
genau dann,
wenn ich es am wenigsten erwarte.
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Es war einmal ein Mädchen, welches sich vom Gott der Liebe betrogen fühlte.
Als sei das Herz in ihrer Brust das Gegenteil einer Zielscheibe schienen Amors Pfeile das ihre stets zu verfehlen. Manchmal schien es, als wären die Pfeile für sie bestimmt; sausten auf sie zu, pfeifend schnell durch die Luft, bloß um sich dann doch ein anderes Ziel zu suchen. Das Mädchen sah diese Pfeile und ihre Augen leuchteten vor Aufregung auf, denn mit jedem Mal keimte neue Hoffnung in ihr auf. Sie sprang und griff mit beiden Händen danach, jedoch befreite sich jeder einzelne der Pfeile aus ihrem Griff, entglitt ihren Händen und fand sein vorbestimmtes Ziel. Am nächsten Tag bemerkte das Mädchen dann meist den verträumten Blick einer ihrer Freundinnen oder die langen Blicke, die sie einem Jungen im Flur nachwarf.
Nach einer Weile begann das Mädchen zu glauben, selbst das Problem zu sein. Nicht hübsch genug zu sein. Nicht besonders genug zu sein. Schlichtweg nicht für Liebe bestimmt zu sein.
Seltsam, nicht wahr? Denn wenn dieses Mädchen nicht für Liebe bestimmt war, dann waren es auch die goldenen Strahlen der Sonne nicht, an die ihr aufmunterndes Lächeln erinnerte.
Wenn das Mädchen nicht für die Liebe bestimmt war, dann war es auch der silbern schimmernde Mond nicht. Wie der Mond war sie eine unglaublich gute, aufmerksame Zuhörerin und selbst wenn sie manchmal nicht da war, so wussten ihre Freundinnen trotzdem, dass das Mädchen für sie da war.
Wenn das Mädchen nicht für Liebe bestimmt war, dann war es auch das rauschende türkisblaue Meer nicht; die manchmal wild und stürmischen, manchmal sanft und leichten Wellen, die sich bis zum Horizont erstrecken.
Wenn das Mädchen nicht für die Liebe bestimmt war, dann waren die farbenfrohen, eleganten Schmetterlinge es auch nicht; wo deren Schönheit doch so sehr der des Mädchens ähnelte.
Wenn das Mädchen nicht für die Liebe bestimmt war, dann war der malerische Himmel es auch nicht; so sehr erinnerte die Vielfältigkeit des Himmels in all seinen Farben an die des Mädchens.
Darauf, dass das Mädchen erkennt, wie unglaublich liebenswert es ist und die richtige Person sie findet <3