Der Druck vor und während Schularbeiten ist unerträglich. Darüber zu reden, hilft mir

Manchmal fühlt sich Schule nicht wie Lernen an, sondern wie ein ständiger Test, ob ich gut genug bin. Ich hasse das.

 

Ich mache mir unnötigen Druck. Aber es ist schwer, ihn loszuwerden. (Foto: olenchic/pixabay)

Jedes Semester gibt es sechs bis acht Schularbeiten, und jedes Mal kommt dieselbe Angst in mir auf: Was ist, wenn ich nicht gut genug bin? Ein bis zwei Wochen vorher beginne ich zu lernen. Trotzdem habe ich während der Schularbeit Angst, alles zu vergessen oder vor lauter Zeitstress nicht zu wissen, wo ich anfangen soll. Immer wieder kreisen dieselben Gedanken in meinem Kopf: Ich muss gut abschneiden. Ich brauche eine gute Note.

Und dann passiert es: Mitten in der Schularbeit ist plötzlich vieles von dem weg, was ich gelernt habe. Oder ich investiere viele Stunden ins Lernen, bekomme die Schularbeit zurück und bin trotzdem alles andere als zufrieden. Dann frage ich mich: Was werden meine Eltern sagen? Oder ich bin mit mir selbst unzufrieden, weil ich hohe Ansprüche an mich habe und mir diesen Leistungsdruck selbst auferlege.

Doch was bedeutet Leistungsdruck eigentlich, und was macht er mit mir?

Leistungsdruck ist das Gefühl, immer gute Leistungen bringen zu müssen. Dieser Druck kann von Eltern, Lehrerinnen oder Freundinnen kommen, aber auch von mir selbst. Ich habe das Gefühl, alles können und ständig funktionieren zu müssen. Ich beginne, meine Noten mit denen anderer zu vergleichen und bin enttäuscht von mir, wenn ich nicht so gut bin wie meine beste Freundin oder mein bester Freund. Dabei hat jeder Mensch unterschiedliche Stärken und ist in anderen Fächern besser.

Dieser Druck kann auch durch das Notensystem entstehen. Mit der Zeit kann er sich in Stress, Schlafprobleme, Angst, Selbstzweifel, Motivationsverlust oder Konzentrationsschwierigkeiten verwandeln. Dadurch werden meine Leistungen oft noch schlechter, und der Stress verstärkt sich immer mehr.

Um etwas daran zu ändern, muss ich mich trauen, darüber zu sprechen, und versuchen, mich weniger auf Noten zu fixieren. Ich muss bewusst Pausen einbauen, auch wenn ich das Gefühl habe, noch zu wenig zu können und unbedingt weiterlernen zu müssen. Unter Stress fällt mir das Lernen nämlich noch schwerer.

Deshalb ist es wichtig, mir klarzumachen, woher dieser Druck kommt, und mit den betreffenden Personen darüber zu reden. Oft merke ich jedoch, dass ich mir den größten Druck selbst mache oder ihn aus meinem Umfeld übernehme. Dann hilft es mir, mich daran zu erinnern, dass es nur Noten sind und nur eine Schularbeit. Es gibt immer Möglichkeiten, sich zu verbessern, und es gibt immer einen weiteren Weg.


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Kommentare

  • Kein Profil-Bild gefunden.
    vor 4 Tagen Johanna Wagmeier
    Ich finde, du hast schon gute Strategien gefunden. Es ist auch wirklich keine Schande, sich Hilfe zu holen. Du hast dir jegliche Unterstützung verdient.