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Leise Affengeräusche am Gang: Nur Spaß? Reden wir über Rassismus in der Schule

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Volontär · BRG Oeverseegasse
25.09.2026
3 Min.

„War doch nur Spaß!“ Diesen Satz hat wahrscheinlich jede und jeder von uns schon auf dem Pausenhof gehört. Oft folgt er auf einen Spruch, der verletzend gemeint war, aber sofort verharmlost wird. Doch Rassismus fängt nicht erst bei körperlicher Gewalt an; er fängt im Kopf und im Alltag an.

Gemeinsam lachen, staunen und lernen, doch was passiert, wenn Alltagsrassismus diese Offenheit zerstört? Erfahre in diesem Beitrag, warum wir handeln müssen. (Foto: Shuttersock)

„War doch nur Spaß“, sagt jemand und lacht. Kurz davor ist im Klassenzimmer ein rassistischer Spruch gefallen. Ich sitze da, höre das Lachen und frage mich, warum solche Dinge für manche so leichtfüßig und lustig sind. Wenn ich mich dann umdrehe, etwas sage oder spürbar wütend werde, höre ich immer wieder genau diesen einen Satz: „War doch nur ein Spaß, stell dich nicht so an.“ Doch für mich ist es kein Spaß. Es ist mein Alltag in Österreich , dem Land, in dem ich aufgewachsen bin, das meine Heimat ist und in dem mir trotzdem regelmäßig abgesprochen wird, wirklich dazuzugehören.

Erinnern wir uns an die Mittagspause. Ich sitze auf der Bank im Gang und öffne meine Dose mit Essen, das meine Familie zu Hause gekocht hat. Es duftet nach Gewürzen, und ich esse es traditionell mit den Händen. Plötzlich zieht jemand die Nase kraus. „Igitt, wie isst du denn das? Das ist ja eklig!“, hallt es durch den Flur, begleitet von kichernden Blicken.

Ein paar Minuten später greift dieselbe Person völlig selbstverständlich in ihre Papiertüte, holt eine Leberkäsesemmel heraus und beißt herzhaft hinein , natürlich ebenfalls mit den Händen. In diesem Moment spüre ich die Doppelmoral wie einen Schlag ins Gesicht: Wenn etwas anders oder fremd wirkt, wird es sofort abgewertet. Wenn man genau dasselbe tut, es aber zur eigenen Kultur gehört, hinterfragt es niemand.

Noch deutlicher wird es im Klassenzimmer. Wir sitzen im Geschichtsunterricht. Die Lehrkraft schlägt das Buch auf, das Thema lautet Kolonialismus und Sklaverei. Im selben Augenblick spüre ich, wie sich die Stimmung im Raum verändert. Es braucht keine Worte, man muss nicht einmal aufschauen, um es zu wissen: Mehrere Köpfe drehen sich langsam zu mir um.

Die Blicke brennen auf meiner Haut. Ich werde in diesem Moment zum einzigen Gesicht einer jahrhundertelangen Leidensgeschichte gemacht , einfach nur wegen meiner Hautfarbe. Ich sitze da, starre auf mein Heft, versuche die Hitze in meinem Gesicht zu ignorieren und wünsche mir nichts sehnlicher, als einfach unsichtbar zu sein.

Momente auf dem Gang

Und dann gibt es diese Momente auf dem Gang. Jemand macht im Vorbeigehen leise Affengeräusche oder wirft einen unkreativen, rassistischen Witz in die Runde. Was in solchen Augenblicken aber noch viel schwerer wiegt als der Spruch selbst, ist das, was danach passiert: Nichts. Die anderen zwanzig Leute im Gang schauen weg. Sie starren auf ihr Smartphone, beißen in ihr Brot oder tun so, als hätten sie nichts gehört. Genau diese Stille der Mehrheit ist es, die am tiefsten schneidet. Denn dieses Wegsehen signalisiert demjenigen, der den Spruch gemacht hat: Das ist okay so. Und mir signalisiert es: Du bist hier ganz allein.

Schule sollte eigentlich ein Ort sein, an dem wir uns alle sicher und respektiert fühlen können. Doch Rassismus fängt nicht erst bei körperlicher Gewalt an, er fängt bei den schleichenden Blicken, den verletzenden Witzen und der Gleichgültigkeit der Umstehenden an.

Jetzt hast du diesen Text gelesen und weißt, wie sich diese Momente anfühlen. Was du ab heute mit diesen Worten machst, ob du das nächste Mal wieder wegschaust oder deinen Mund aufmachst, liegt ganz bei dir.


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