Kultur Niederösterreich Fakten

Zwei Lehrer beantworten unsere Fragen über Schwänzen, Spickzett und das Fach Mathematik

Ein Blick hinter die Kulissen: Zwei Lehrer der Julius-Raab-Mittelschule in Weitra im Interview. Was denken unsere Lehrer eigentlich wirklich über ihren Beruf, ihre Schulzeit oder das Schwänzen von Unterricht? Die Klassenlehrer der 3a und 3b, Frau Helga Schmid Klassenvorstand der 3a (Mathematiklehrerin) und Johannes Stöger, Klassenvorstand der 3b (Religionslehrer), haben sich Fragen gestellt, mit ehrlichen und manchmal überraschenden Antworten.

 bunte Tafelkreiden auf schwarzen Hintergrund
In der Schule passiert einiges. Hier gibt es einen guten Einblick hinter die Kulissen mit zwei Lehrern im Interview. (Foto: www.pixabay.com)

Gibt es überflüssige Schulfächer?

Beide Lehrer sehen in jedem Fach eine gewisse Berechtigung. Schmid meint, dass in jedem Fach etwas Wichtiges steckt, auch wenn manches weniger Spaß macht. Stöger ergänzt, dass jeder Mensch andere Talente hat, deshalb sei jedes Fach für jemanden wertvoll.

Vorteile und Herausforderungen des Lehrerberufs

Für Schmid ist der größte Vorteil, mit jungen, fröhlichen Menschen zu arbeiten. Eine Herausforderung sei es jedoch, auch in schwierigen Momenten fair gegenüber den Schülern zu bleiben. Stöger schätzt die Begegnung mit Menschen und die Abwechslung – doch gerade unvorhersehbare Situationen können fordernd sein.

Ertappt beim Spicken?

Ja, das kommt vor, zumindest bei Schmid. Sie hat schon einmal einen Spickzettel im Taschenrechner entdeckt. Stöger hingegen sagt, er habe bisher noch keinen Schüler beim Schummeln erwischt.

Ausrede fürs Schule schwänzen?

Auf die etwas humorvolle Frage, welche Ausrede sie selbst fürs Schwänzen benutzen würden, antwortete Schmid spontan: „Übelkeit.“ Stöger bleibt klassisch: „Krankheit oder ein Arzttermin.“

Unbeliebte Schulfächer früher

Auch Lehrer waren mal Schüler! Schmid konnte sich damals wenig für Englisch begeistern, besonders wegen der Grammatik. Bei Stöger war es Geschichte, er konnte sich mit den vielen Jahreszahlen nicht anfreunden.

Wenn sie mal ein anderes Fach unterrichten müssten…

Schmid würde sich für Geschichte entscheiden, vor allem die Zeit des Mittelalters interessiert sie. Stöger würde gerne Biologie unterrichten, weil ihn die vielen Verknüpfungen und Zusammenhänge von Religion und Biologie faszinieren.

Traumberuf – immer schon Lehrer?

Nicht ganz. Schmid wollte auch mal Physiotherapeutin werden, weil sie gerne Menschen helfen möchte. Stöger hatte sogar mehrere Berufswünsche: Er ist bereits gelernter Tischler und machte eine Ausbildung zum Pastoralassistent.  Vielleicht ergibt es sich in der Pension, dass es auch Veterinärmedizin, also Tierarzt, studiert.

Warum ausgerechnet Mathematik bzw. Religion?

Schmid unterrichtet Mathematik, sie sagt, sie habe kein besonderes Sprachtalent. Stöger kam über die polytechnische Schule zum Religionsunterricht, wo ihn eine Religionslehrerin begeisterte. Für ihn war schnell klar: „Das möchte ich auch machen!“ Außerdem sei Religion familiär schon immer ein großes Thema gewesen.

Streitschlichter oder gar bei Schlägereien dabei?

Schmid ist oft in kleinere Konflikte involviert und hilft regelmäßig beim Schlichten. Stöger war durch seine Ausbildung zum Pastoralassistenten schon mehrfach mit Auseinandersetzungen konfrontiert, sogar bei einer Schlägerei war er schon Schlichter.

Ausbildung – ein langer Weg?

Ja, der Weg zur Lehrkraft war lang, aber beide blicken mit Stolz darauf zurück. Schmid hat nach der Matura eine Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule gemacht. Für Stöger war der Weg noch vielfältiger: 3 Jahre Tischlerlehre, 4 Jahre als Pastoralassistent, dann noch einmal 4 Jahre Ausbildung zum Religionslehrer. Manchmal hatte er Zweifel, vor allem vor Prüfungen, aber er hat es geschafft.

Fazit

Schmid und Stöger zeigen, dass Lehrerinnen und Lehrer viel mehr sind als nur Menschen, die Stoff vermitteln. Sie haben eigene Geschichten, Meinungen und Leidenschaften. Und sie haben, wie wir alle, einmal klein angefangen. Ihre Offenheit im Interview zeigt, dass sie nicht nur unterrichten, sondern auch verstehen wollen.




Dir gefällt der Artikel?

campus a college-Preis für Schüler*innenjournalismus Melde dich an um abzustimmen.

Kommentare