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Warum Fairness in der Schule oft fehlt

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Volontär · Rainergymnasium
08.02.2026
2 Min.

Nicht immer zählen Leistung und Engagement für alle gleich viel. Im Schulalltag entsteht immer wieder der Eindruck, dass Regeln unterschiedlich angewendet werden. Ein Schüler schildert, warum ihn das belastet und was er sich von Lehrer/innen wünschen würde.

Ungleiche Behandlung im Schulalltag sorgt bei vielen Schüler/innen für Frust. Besonders dann, wenn Regeln nicht für alle gleich gelten, leidet Motivation und Vertrauen. (Foto: pexels )

Ungerechtigkeit im Unterrichtsgespräch

Ein deutliches Beispiel für Ungerechtigkeit erlebe ich häufig im Unterrichtsgespräch. Dabei fällt mir auf, dass manche Schülerinnen und Schüler sehr oft drangenommen werden, sogar dann, wenn sie sich gar nicht melden. Andere hingegen melden sich regelmäßig, werden aber trotzdem übergangen. Das empfinde ich als besonders unfair, vor allem wenn man sich gut vorbereitet hat und einen sinnvollen Beitrag leisten möchte.

In solchen Situationen entsteht bei mir das Gefühl, dass Leistung und Engagement nicht für alle gleich zählen. Wer sich Mühe gibt, sollte auch die Möglichkeit bekommen, gehört zu werden. Wenn das nicht passiert, verlieren manche Schülerinnen und Schüler die Motivation, sich weiterhin aktiv am Unterricht zu beteiligen. Langfristig kann das dazu führen, dass das Unterrichtsgespräch von wenigen dominiert wird und andere sich zurückziehen.

Unfaire Regeln und Strafen

Ein weiteres Beispiel für Ungerechtigkeit sind Regeln und Strafen, die ich als unverhältnismäßig empfinde. So halte ich einen Klassenbucheintrag wegen Kaugummikauens für übertrieben. Gleichzeitig kommt es vor, dass beleidigende oder respektlose Schimpfwörter ohne Konsequenzen bleiben. Diese widersprüchliche Behandlung wirkt auf mich unfair und schwer nachvollziehbar.

Solche Situationen ärgern mich sehr, weil ich nicht verstehe, warum harmlose Regelverstöße streng bestraft werden, während schwerwiegenderes Verhalten toleriert wird. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Regeln nicht konsequent angewendet werden. Wenn man sich dann nicht erklären darf oder gar nicht angehört wird, kann sich schnell große Wut und Frustration aufbauen.

Ungleiche Behandlung bei Verspätungen und Hausaufgaben

Auch bei Verspätungen oder vergessenen Hausaufgaben nehme ich oft eine ungerechte Behandlung wahr. Manche Schülerinnen und Schüler kommen mehrfach zu spät oder geben ihre Aufgaben nicht ab, ohne ernsthafte Konsequenzen zu erfahren. Andere werden bereits beim ersten Mal sofort ermahnt oder bestraft.

Diese unterschiedliche Behandlung sorgt dafür, dass Regeln ihre Bedeutung verlieren. Wenn nicht alle gleich behandelt werden, nehmen viele die Regeln nicht mehr ernst. Das wirkt sich negativ auf das Klassenklima aus, weil Unzufriedenheit und Konflikte entstehen können. Gerechtigkeit ist jedoch wichtig, damit sich alle an die gleichen Regeln halten.

Wunsch nach mehr Fairness und Mitbestimmung

Nach solchen Erlebnissen habe ich oft das Gefühl, dass Schule insgesamt fairer gestaltet werden könnte. Auch wenn mich diese Situationen manchmal stark belasten, hoffe ich, dass sich in Zukunft etwas verbessert. Wenn Lehrkräfte aufmerksamer zuhören und Schülerinnen und Schüler ernster nehmen würden, könnten viele Missverständnisse vermieden werden.

Ich wünsche mir, dass häufiger gemeinsam nach Lösungen gesucht wird, anstatt sofort Strafen oder Einträge zu verteilen. Besonders wichtig finde ich, dass Schülerinnen und Schüler öfter ihre Sichtweise erklären dürfen. Ein kurzes Gespräch könnte viele Konflikte klären und dazu beitragen, dass sich alle respektiert, ernst genommen und fair behandelt fühlen.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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