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Zu gut für den Müll: Kauf nur so viel, wie ihr auch wirklich essen könnt

Was ist Lebensmittelverschwendung? Ihr erfahrt, was für Folgen dieses Problem hat und was wir dagegen tun können.

 vergammeltes Obst und Gemüse
Wir haben oft viel zu viel Nahrungsmittel. Das wirkt sich auch auf das Klima aus. (Foto: www.unsplash.com)

Neulich hat jemand eine halbe Schüssel Nudeln in den Müll geworfen. „Die isst ja doch keiner mehr“, meinte sagte die Frau. Ich habe mich gefragt, was wohl passiert, wenn das alle machen. Also habe ich angefangen, zu recherchieren.

In Österreich wirft jeder Haushalt im Jahr Lebensmittel im Wert von rund 300 Euro weg. Das ist ganz schön viel Geld, das buchstäblich in der Tonne landet. Oft liegt es daran, dass Essen falsch gelagert wird oder zu lange herumsteht. Manchmal sind die Produkte auch einfach beschädigt. In Supermärkten landet vieles im Müll, nur weil es nicht hübsch genug aussieht. Eine krumme Gurke oder ein Apfel mit Fleck gilt dort schon als unverkaufbar.

Von der Farm bis zum Teller

Nicht nur zu Hause geht Essen verloren. Schon in der Landwirtschaft und in Fabriken bleibt vieles liegen. Wenn zu viel produziert wird oder die Handelsnormen zu streng sind, schaffen es viele Lebensmittel gar nicht erst in den Laden. In Haushalten geht es oft darum, dass zu viel eingekauft wird, weil Angebote so verlockend klingen. Oder es wird zu viel gekocht, und Reste bleiben übrig.

Weltweit ist das Problem riesig. In China werden jedes Jahr rund 91 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen, in Indien etwa 68 Millionen und in den USA rund 60 Millionen. Auch Deutschland steht weit oben auf der Liste. Dabei hungern gleichzeitig viele Menschen, weil die Nahrung nicht gerecht verteilt ist oder weil Kriege, Armut und der Klimawandel den Zugang erschweren. Es gibt genug Essen, aber es landet nicht dort, wo es gebraucht wird.

Jedes weggeschmissene Stück Brot hat vorher Wasser, Energie und Ackerboden gebraucht. Rund ein Drittel aller landwirtschaftlichen Flächen weltweit wird nur dafür genutzt, Lebensmittel zu erzeugen, die später im Müll landen. Der ganze Aufwand schadet dem Klima, weil dabei viele klimaschädliche Gase entstehen – so viele, wie ein ganzes Land wie die Niederlande in einem Jahr verursacht.

Jeder kann etwas tun

Zum Glück gibt es Ideen, wie sich das ändern lässt. Einige Restaurants verkaufen übriggebliebenes Essen am Abend billiger. So landet weniger im Müll, und wer Glück hat, bekommt ein leckeres Abendessen zum kleinen Preis.

Auch zu Hause lässt sich viel retten. Viele Lebensmittel sind nach dem Ablaufdatum noch gut, solange sie ungeöffnet sind. Es hilft, an ihnen zu riechen oder sie zu probieren. Eine kleine Druckstelle am Apfel oder an der Tomate lässt sich einfach wegschneiden. Wichtig ist, nur das zu kaufen, was wirklich gebraucht wird, und alles richtig zu lagern. So bleibt das Essen frisch und schmeckt besser.

Vielleicht schaue ich beim nächsten Mal zweimal hin, bevor ich Reste wegkippe. Denn jedes Stück Brot, jede Nudel und jedes Stück Obst hat eine Geschichte – und die sollte nicht im Müll enden.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit zwischen der Autorin und der campus a college-Redaktion


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