Wenn ich eine Stunde selbst unterrichten dürfte, würde ich über etwas reden, das wir alle täglich benutzen, aber kaum wirklich verstehen: Social Media und seine Algorithmen. Wir scrollen stundenlang durch TikTok, Instagram oder YouTube und denken, wir entscheiden selbst, was wir sehen. Spoiler: Tun wir nur halb.
Ich würde erzählen, dass der Algorithmus sich alles merkt. Was du likest, wie lange du ein Video anschaust, ob du es teilst oder weiterwischst – sogar das. Dein „For You“-Feed ist also kein Zufall, sondern ein Spiegel deiner Gewohnheiten. Wenn du einmal bei einem bestimmten Thema hängen bleibst, bekommst du immer mehr davon. Das kann lustig sein, aber auch problematisch.
Viele merken nicht, wie sehr Social Media unsere Meinung, unsere Stimmung und sogar unser Selbstbild beeinflussen kann. Wenn wir ständig perfekte Körper, Luxusleben oder Drama sehen, denken wir schnell, das wäre normal. Ist es aber nicht. Ich würde meiner Klasse sagen: Vergleicht euch nicht mit einem Algorithmus, der nur Highlights zeigt.
In meiner Stunde würde ich nicht sagen: „Löscht alle Social Media.“ Sondern: Nutzt es schlau. Hinterfragt, was ihr seht. Macht Pausen. Und vor allem: Lasst euch nicht einreden, dass ein paar Sekunden auf einem Bildschirm euren Wert bestimmen.
Das steht zwar nicht im Lehrplan, aber es wäre vielleicht eine der wichtigsten Stunden überhaupt.
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