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Ukraine: Als Praktikantin in der APA durfte ich einer ukrainischen Korrespondentin zuhören

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Volontärin · BRG 14 Linzer Straße
25.02.2026
2 Min.

Ausgefallene Heizungen wegen Angriffen auf die Energieinfrastruktur bei minus 20 Grad Celsius, geplatzte Rohre aufgrund gefrorenem Leitungswassers und Gewaltprobleme vor allem Frauen gegenüber. Davon berichtete die freie Korrespondentin Daniela Prugger bei einem Gespräch. Ich durfte als Schülerpraktikantin bei der APA dabei sein.

Ehemals Häuser, jetzt Schutthaufen. Für die Leute in der Ukraine ist dieser Anblick leider Realität. (Foto: pixabay)

Daniela Prugger arbeitet seit 2019 als freiberufliche Korrespondentin in der Ukraine. Die Südtirolerin schreibt Texte auf Deutsch, Englisch und Italienisch für viele Medien. Vor allem aber schreibt sie für den ORF, den Standard und Agenturen in der Schweiz. Als die Korrespondentin in die Ukraine kam, standen gerade die Präsidentschaftswahlen an, bei denen Wolodymyr Selenskyj als Sieger hervorging. Durch seine erste große Herausforderung, die Corona-Pandemie, soll er durch sein Krisenmanagement an Anerkennung gewonnen haben. 2021 marschierten erstmals russische Truppen ein. Jetzt, fünf Jahre später, höre man fast jeden Tag Sirenen und es würden alle kämpfende oder geflohene Leute kennen, so Prugger.

Kriegsveteranen entwickeln mentale Probleme

Starke gesellschaftliche Probleme resultieren aus dem Krieg. Die Gewalt an Frauen steigt und es haben viele Menschen Probleme mit Alkohol oder nehmen Substanzen ein. Das soll vor allem daran liegen, dass "die Gesellschaft momentan eine Krise der mentalen Gesundheit durchlebt", wie Prugger erzählt. Die wenigsten Soldaten wollen nicht kämpfen. Vor dem Krieg hatten sie Jobs wie Lehrer oder Programmierer. Sie fragen sich: "Warum wir?"

Vor allem Kriegsveteranen seien traumatisiert. Sie kämen teils verletzt oder mit weniger Gliedmaßen nach Hause, "womit sie jetzt klarkommen müssen, in einem Land, das ohnehin schon Schwierigkeiten mit der Inklusion von Beeinträchtigten oder Behinderungen hat". Sie müssen dort gleich wieder eine Rolle, zum Beispiel als Familienvater einnehmen, was bedeutet, dass es keine Zeit gibt, die Erlebnisse zu verarbeiten.

Daniela Prugger besuchte außerdem ein Frauenhaus, in dem von der Gewalt von Veteranen betroffene Frauen leben. Diese berichteten, solche Probleme entwickelten sich langsam und führten von Albträumen bis zu Angst vor dem Dunklen. Und das während die Veteranen als Helden gelten. Kinder werden entweder gar nicht oder noch immer in U-Bahn-Stationen unterrichtet und Arbeitskräfte fehlen.


Ukrainisches Volk will Zugeständnisse machen und Gebiete abtreten, um Frieden zu sichern

Nachdem eine große Hoffnung der Ukrainerinnen und Ukrainer, eine mögliche impulsive Entscheidung Trumps, ihr Land zu unterstützen, geplatzt war, sind viele von ihnen bereit, Zugeständnisse zu machen und Gebiete abzutreten, um wieder in Frieden und Sicherheit leben zu können. Auch wenn die ukrainische Bevölkerung "bekannt für ihre Resilienz" sei. "Natürlich hält man das nur bis zu einem gewissen Grad aus, irgendwann ist man krank", erläutert Prugger.




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