"Kontroverse Themen bekommen mehr Aufmerksamkeit"

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Volontärin · Wiener Mittelschule mit ökologischem Schwerpunkt
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22.06.2026
2 Min.

Annie Waldherr, Kommunikationswissenschaftlerin der Uni Wien, zeigt, worauf wir in den sozialen Medien hereinfallen. Ganz schön dumm von uns, könnten wir denken, aber in Wirklichkeit ist es ganz natürlich und wir können uns relativ einfach dagegen wehren.

Dort, wo Emotionen drin sind, geht die Aufmerksamkeit hin. Egal, wie viel Wahrheit dahinter steckt. (Foto: Shutterstock)

Jeden Tag zeigt mir mein Handy Beiträge über das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren. Das Thema bleibt dadurch ständig präsent. Vermutlich taucht es häufig in meinem Feed auf, weil die Regelung erst vor Kurzem eingeführt wurde und viele Menschen darüber diskutieren.

Ich finde, die Altersgrenze sollte bei zehn Jahren liegen und nicht bei 14 Jahren. Außerdem sehe ich in dem Verbot eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Jeder Mensch sollte selbst entscheiden können, ob er ein Kopftuch tragen möchte oder nicht. Einige Menschen betrachten ein Kopftuchverbot auch als Eingriff in die Religionsfreiheit.

Wie ich Informationen überprüfe

In einem Interview sprach die Forscherin Annie Waldherr über soziale Medien. Sie ist Kommunikationswissenschaftlerin und Professorin an einer Universität in Wien. Sie untersucht, wie Themen in sozialen Netzwerken Aufmerksamkeit erhalten und wie öffentliche Diskussionen entstehen.

Annie Waldherr sagt: „Wenn etwas von einer Medienorganisation mit professionellen Journalisten und Redaktionen kommt, die ihre Informationen prüfen oder schon einen Faktencheck durchlaufen hat, kann ich dem eher vertrauen als einer reinen Behauptung.“

Deshalb schaue ich zuerst, wer einen Beitrag veröffentlicht hat und woher die Informationen stammen. So kann ich besser einschätzen, ob die Inhalte glaubwürdig sind.

Emotionen sorgen für Reichweite

Oft sehe ich Videos, in denen Menschen fordern, Jugendliche sollten kein Kopftuch tragen. Dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Jeder Mensch hat das Recht auf eine eigene Sichtweise.

In den Kommentaren erscheinen häufig beleidigende Beiträge. Manche Menschen schreiben abwertend über andere Religionen oder fordern, Betroffene sollten sich aus der Diskussion heraushalten. Solche Kommentare erschweren einen respektvollen Austausch.

Annie Waldherr erklärt dazu: „Die Algorithmen bevorzugen Posts, die viele Reaktionen bekommen. Das sind meistens Posts, die Emotionen auslösen, also besonders zugespitzt, polarisiert und vereinfacht, selten besonders sachlich oder komplex.“

Dieses Zitat zeigt, warum kontroverse Themen oft so viel Aufmerksamkeit erhalten. Beiträge, die starke Gefühle auslösen, verbreiten sich häufig schneller als sachliche Informationen.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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