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Macht Social Media uns kaputt? Sogar meine Mutter ist betroffen

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Volontärin · HLW Hollabrunn
24.02.2026
2 Min.

Stell dir vor, du wachst morgens auf und das Erste, was du tust, ist nicht aufzustehen, sondern zu scrollen. Minuten werden zu Stunden, Stunden zu Gewohnheiten. Und plötzlich bestimmt dein Handy deinen Tag. Ist Social Media wirklich nur Unterhaltung oder zerstört es schleichend unsere Generation?

Nicht nur junge Menschen sind handysüchtig. (Foto: shutterstock)

Social Media hat einen großen Einfluss auf uns alle. Selbst meine Mutter ist davon betroffen, ständig scrollt sie, obwohl sie früher genau dieses Verhalten und Handys generell verteufelt hat. Erst vor ein paar Tagen wollte ich sie etwas fragen, und schon konnte ich ihr Handy aus meinem Zimmer hören. Oft hat sie dann dem Handy, oder den Süßigkeiten, die Schuld gegeben, dass ich Kopfschmerzen habe.

Dabei zeigen Studien, dass insbesondere jüngere Generationen durch Social Media anfälliger für Essstörungen, Body Dysmorphia und andere zwanghafte Verhaltensweisen geworden sind. Gleichzeitig sinkt das Verlangen, sich selbst kreativ zu verwirklichen oder echte soziale Interaktionen zu suchen.

Kommunikation früher war vielleicht komplizierter, aber um einiges besser

Die vielen Plattformen, auf denen Inhalte in Kurzvideo-Form konsumiert werden können, machen den Alltag vieler junger Menschen eintöniger. Vor etwa 15 bis 20 Jahren, lange bevor Smartphones den Alltag dominierten, war das Leben vieler Jugendlicher deutlich spannender. Ich selbst versuche inzwischen manchmal, einen Tag ohne Handy auszukommen, natürlich mit ein paar Ausnahmen, damit die Flammen auf Snapchat nicht verloren gehen.

An solchen Tagen lese ich so viel wie noch nie, und es tut unglaublich gut: Kein Dopaminrausch, kein Kopfweh vom ständigen Scrollen, einfach nur ich und ein Buch in der Hand. Früher trafen wir uns oft, aus vielen Gründen: Eis essen, kleine Ausflüge oder sogar Städtetrips, das Leben war aktiver und intensiver.

Dopamin killt unsere Aufmerksamkeitsspanne

Ob Schülerinnen und Schüler früher bessere Noten hatten, sei dahingestellt. Aber definitiv hatten sie einen Vorteil, wenn es um Aufmerksamkeit ging. Ohne ständiges Scrollen auf TikTok oder Instagram war der Dopamin- und Cortisolspiegel nicht ständig im Überschuss. Heute fällt es schwer, nach kurzer Social-Media-Nutzung wieder konzentriert zu lernen.

Nach einigen Nachrichten oder Stories sinkt der Dopaminspiegel, Frustration und Ungeduld steigen und das Lernen wird schnell als anstrengend oder unangenehm empfunden.

Ich merke das oft bei mir selbst: Sobald ich am Handy war, fällt es mir schwer, mich wieder zu konzentrieren, besonders wenn ich etwas nicht verstehe oder Freundinnen mir schreiben oder Snaps schicken. diese Ablenkung fühlt sich wichtiger an als die Hausaufgaben.

Die traurige Wahrheit des Konsumverhaltens

Viele Schülerinnen und Schüler verbringen täglich bis zu 11 Stunden am Smartphone. Fast die Hälfte des Tages geht dabei für Bildschirmzeit drauf. Ich selbst verbringe im Durchschnitt drei bis vier Stunden am Tag am Handy; Spitzenwerte liegen bei sechs Stunden, zum Glück nur Ausnahmen.

Das Problem: Es ist unglaublich schwer, diese Gewohnheit zu durchbrechen. Social Media ist so programmiert, dass wir immer wieder zurückkehren, auch wenn wir eigentlich etwas anderes tun möchten.

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