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Können wir den Sinn im Leben finden, oder müssen wir ihn erschaffen?

Manchmal, wenn ich spät abends in meinem Bett liege und auf TikTok scrolle, frage ich mich: Wofür mache ich das alles? Was für einen Sinn hat mein Leben? Nach ein wenig Recherche merkte ich, dass es keine wirkliche Antwort auf diese Fragen gibt. Jede und jeder muss sich selbst damit beschäftigen, um sie zu beantworten.

Wenn sich unser Leben leer anfühlt, suchen wir meistens einen tieferen Sinn. (Foto: pixabay/matthiasboeckel)

Philosophen, Millionäre, Kinder und Senioren, alle haben über diese Fragen nachgedacht. Eine klare Antwort kam dabei nie zustande. Viele Menschen denken, dass der Beruf ihnen Sinn gibt. Gut in der Schule sein, ein Studium absolvieren, einen gutbezahlten Job bekommen und irgendwann eine gute Pension erhalten. Manche denken auch, sie müssen reich sein, um sinnhaft und glücklich zu leben. Der Sinn des Lebens ist meist allerdings komplett anders. 

Den Sinn nicht suchen, sondern bauen

„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben, aber es hat nur so viel Sinn, wie wir ihm geben.“ Das meinte Christian Morgenstern, ein deutscher Dichter aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Mit seiner Aussage wollte er darauf hinweisen, dass wir nicht nach dem Sinn suchen, sondern ihn erschaffen sollen. Wir müssen dafür sorgen, ein sinnhaftes Leben zu haben.

Wie erschaffen wir den Sinn?

Eine Anleitung, um den Sinn im Leben zu erschaffen, gibt es nicht. Bucket-Lists können aber dabei helfen. Wenn wir ein konkretes Ziel vor Augen haben und es dann auch erreichen, gibt das unserem Leben mehr Bedeutung.

Freunde treffen, Bücher lesen oder einen Marathon laufen, all das sind Dinge, die Sinn geben können. Es sind oft viele kleine Dinge, die unsere Zeit lebenswert machen. Die Frage ist, was uns selbst Spaß macht und sinnvoll ist. 

Sich selbst gut kennen

Damit unser Leben einen Sinn hat, müssen wir uns selber gut kennen. Dann tun wir bewusst Dinge, die uns Freude bereiten. Wir können uns nicht von heute auf morgen kennenlernen, aber jeden Tag ein Stück mehr. Zum Beispiel, indem wir täglich zehn Minuten allein in der Stille sitzen und einfach nachdenken. Nach einer Zeit merken wir, was unserem Leben Sinn geben kann. 

Warum wollen wir den Sinn wissen?

Der Mensch lebt nicht nur, sondern hinterfragt das Leben. Wir reflektieren unsere Vergangenheit, planen die Zukunft und vergleichen uns mit anderen. Genau dort entsteht die Sinnfrage.

Oft taucht sie auch in Übergängen auf, zum Beispiel nach der Matura. Dann sprechen Wissenschaftler von einer Quarter-Life-Crisis. Viele Jugendliche suchen dann den Sinn, weil Strukturen wegfallen und neue Entscheidungen getroffen werden müssen. Auch der Erwachsenenalltag ist ungewohnt für die jungen Menschen, die zum Teil auch noch keine klaren Zukunftsvorstellungen haben. 

Mehr Sinnkrisen durch TikTok & Co.

Social Media verstärkt Sinnkrisen zusätzlich. Wir sehen 20-jährige Millionäre, perfekte Körper und Menschen, die ihr Leben im Griff haben. Unser Gehirn denkt sich dann: „Alle anderen wissen, wohin sie gehen. Nur ich nicht.“ Auf TikTok ist vieles jedoch nur gestellt und entspricht nicht der Wahrheit.

Auch berühmte Influencer:innen fragen sich manchmal, was für einen Sinn ihr Leben hat. Selena Gomez sagte einmal: „Ich will sagen, dass es okay ist, nicht zu wissen, was du mit dem Rest deines Lebens machen willst. Es ist eine Reise, um deine Richtung oder deine Leidenschaft zu finden.“

Auch ich habe keine Antwort

Bei mir gibt es immer wieder Phasen, in denen ich den Sinn in meinem Leben suche. Eine Antwort habe ich (noch) nicht gefunden, aber ich habe einiges dazugelernt. Zum Beispiel, dass mir Freunde und Familie sehr wichtig sind. Zeit mit ihnen gibt meinem Leben ein bisschen mehr Sinn. Ich habe auch mich selbst mehr kennengelernt und weiß teilweise, was für mich sinnvoll ist.

Euch möchte ich eine Sache weitergeben: Tut Dinge, die euch Spaß machen und vergleicht euch nicht zu sehr mit anderen, vor allem nicht mit Influencer*innen. Ihr könnt selbst mitbestimmen, wie viel Sinn euer Leben hat. 




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