Jedes Jahr gibt es neue Hitzerekorde, verheerende Waldbrände, Dürren und Überschwemmungen. Trotzdem steigen die weltweiten CO₂-Emissionen weiter. Seit Jahrzehnten warnen Wissenschaftler*innen vor den Folgen der Erderwärmung, doch wirklich geändert hat sich viel zu wenig. Deshalb bin ich überzeugt: Wir werden den Klimawandel nicht mehr rechtzeitig stoppen.
Der Klimaforscher Tim Lenton von der University of Exeter warnt im Bulletin of the Atomic Scientists: „The riskometer has been going up all the time.“ Damit meint er, dass das Risiko sogenannter Kipppunkte immer weiter steigt – also Grenzen, nach deren Überschreiten sich Teile des Klimas nicht mehr rückgängig verändern lassen. Dieses Interview erschien am 12. März 2025 im Bulletin of the Atomic Scientists.
Die Zeit läuft uns davon
Auch der Weltklimarat (IPCC) macht deutlich, wie ernst die Lage ist. Im Horizon Magazine wird aus einem IPCC-Bericht zitiert: „Without immediate and deep emissions reductions across all sectors, limiting global warming to 1.5 °C will be impossible.“ Auf Deutsch bedeutet das: „Ohne sofortige und tiefgreifende Emissionssenkungen in allen Bereichen wird es unmöglich sein, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.“ Diese Aussage zeigt, dass schnelles Handeln nötig gewesen wäre – und genau das ist weltweit ausgeblieben.
Für mich ist das der entscheidende Punkt: Wir wissen längst, was getan werden müsste, aber wir tun es nicht. Stattdessen werden weiterhin Öl- und Gasfelder erschlossen, Regenwälder abgeholzt und fossile Brennstoffe in riesigen Mengen verbrannt. Viele Staaten verkünden ehrgeizige Klimaziele, halten sie aber nicht ein oder verschieben sie immer weiter nach hintenn.
Die Folgen sind längst sichtbar
Ich muss dafür gar nicht weit schauen. Die Sommer werden immer heißer, Hitzewellen dauern länger und Starkregen oder Waldbrände treten häufiger auf als früher. Solche Ereignisse zeigen, dass der Klimawandel keine ferne Zukunft mehr ist, sondern bereits unseren Alltag verändert.
Natürlich gibt es Fortschritte, etwa beim Ausbau von Solar- und Windenergie. Doch diese Entwicklungen erfolgen viel zu langsam, um die weltweiten Emissionen schnell genug zu senken. Während einzelne Länder Fortschritte machen, steigen die Emissionen in anderen Regionen weiter an. Insgesamt bewegen wir uns deshalb in die falsche Richtung.
Mein Fazit
Ich wünsche mir, dass die Wissenschaft mit ihren Warnungen doch noch Unrecht behält. Doch wenn ich sehe, wie langsam weltweit gehandelt wird, glaube ich nicht mehr daran, dass wir den Klimawandel noch in den Griff bekommen. Wir können die schlimmsten Folgen vielleicht noch abschwächen – aber ich denke, dass wir den Kampf gegen den Klimawandel als Ganzes bereits verloren haben.
Kommentare