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Klimaschutz beginnt bei mir. Aber ohne die Politik geht's nicht

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Volontär · BRG Oeverseegasse
10.08.2026
4 Min.

Ich möchte klimafreundlicher leben, aber im Alltag ist das nicht immer so einfach. Wenn der Bus zu spät kommt, die umweltfreundliche Alternative zu teuer ist oder andere Entscheidungen bequemer sind, stoße ich schnell an Grenzen. Deshalb frage ich mich: Wie viel Verantwortung kann ich als Einzelner übernehmen und was muss die Politik dafür tun, dass Klimaschutz überhaupt möglich wird?

Ich schreibe gerade meine Gedanken zur Klimapolitik nieder. (Foto: Jahed Fotos)

„Wir könnten auch den Bus nehmen“, sage ich, als wir mit dem Auto unterwegs sind. Eigentlich wäre das besser für die Umwelt. Aber der nächste Bus fährt erst in ungefähr 40 Minuten. Mit dem Auto sind wir viel schneller dort.

Wir schauen kurz auf die Uhr und entscheiden uns schließlich für das Auto. Nicht, weil uns der Klimaschutz egal ist, sondern weil wir einfach schneller an unser Ziel kommen wollen. In diesem Moment merke ich, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, die umweltfreundlichere Entscheidung zu treffen.

Solche Situationen kenne ich zuhauf. Natürlich könnte ich öfter auf das Auto verzichten, weniger kaufen oder bewusster mit Strom umgehen. Aber was bringt mir das, wenn die umweltfreundlichere Möglichkeit viel länger dauert oder deutlich teurer ist?

Da stellt sich für mich die Frage: Wie viel kann ein einzelner Mensch beim Klimaschutz überhaupt verändern, wenn die Bedingungen nicht passen? Meiner Meinung nach trägt jeder Mensch Verantwortung. Aber wenn klimafreundliches Verhalten im Alltag oft schwieriger oder teurer ist, kann man diese Verantwortung nicht allein auf den Einzelnen abwälzen.

Deshalb glaube ich, dass die Politik eine besondere Verantwortung trägt. Sie kann die Bedingungen schaffen, unter denen klimafreundliche Entscheidungen für viele Menschen überhaupt möglich und leistbar werden.

Freiwillig allein reicht nicht

Ich finde es gut, wenn Menschen freiwillig etwas für das Klima tun. Zum Beispiel kann man öfter zu Fuß gehen, das Fahrrad nehmen, weniger Lebensmittel verschwenden oder Strom sparen. Aber darauf kann man sich meiner Meinung nach nicht verlassen.

Nicht jeder Mensch hat die gleichen Möglichkeiten. Manche wohnen in einer Stadt und haben alle paar Minuten einen Bus oder eine Straßenbahn. Andere wohnen außerhalb und sind auf ein Auto angewiesen. Deshalb kann man nicht einfach sagen: „Dann fahrt halt weniger Auto.“

Wenn Busse und Züge häufiger fahren und leistbar sind, wird es für viele Menschen einfacher, das Auto stehen zu lassen. Die Politik kann also dafür sorgen, dass umweltfreundliches Verhalten im Alltag nicht nur ein guter Vorsatz bleibt.

Gesetze können Veränderungen schaffen

Manche Veränderungen passieren nicht schnell genug, wenn man nur darauf wartet, dass alle freiwillig mitmachen. Deshalb braucht es auch gesetzliche Vorgaben.

Die Politik kann zum Beispiel festlegen, wie viele Schadstoffe Autos ausstoßen dürfen oder welche Umweltstandards Unternehmen einhalten müssen. Dadurch gelten die Regeln nicht nur für Menschen, die sich sowieso schon für Klimaschutz interessieren.

Ich finde, dass solche Regeln notwendig sind, wenn es um ein Problem geht, das die gesamte Gesellschaft betrifft.

Auch Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen

Nicht nur die Politik und die Bevölkerung tragen Verantwortung. Auch Unternehmen müssen ihren Beitrag leisten. Große Firmen können durch ihre Produktion, ihre Transporte und ihren Energieverbrauch viel CO₂ verursachen.

Unternehmen können zum Beispiel auf erneuerbare Energien umsteigen, weniger Verpackungsmaterial verwenden oder ihre Produktion umweltfreundlicher gestalten. Die Politik kann dabei Regeln festlegen und gleichzeitig Unternehmen unterstützen, die in klimafreundliche Technologien investieren.

Die Verantwortung darf also nicht einfach auf normale Menschen abgeschoben werden. Wenn ein Unternehmen besonders viele Emissionen verursacht, sollte es auch besonders viel dafür tun, diese zu reduzieren.

Berühmte Menschen können ebenfalls Einfluss haben

Auch bekannte Personen können Menschen beeinflussen. Ein Beispiel, an das ich mich erinnere, ist Cristiano Ronaldo. Bei einer Pressekonferenz stellte er eine Coca-Cola-Flasche zur Seite und nahm stattdessen Wasser. Die Szene wurde weltweit bekannt.

Für mich zeigt das, wie stark Menschen mit großer Reichweite andere beeinflussen können. Wenn ein berühmter Fußballer für ein bestimmtes Verhalten wirbt, hören ihm wahrscheinlich viele Menschen zu.

Trotzdem können berühmte Menschen keine Gesetze machen. Sie können andere zum Nachdenken bringen, aber große Veränderungen müssen auch politisch umgesetzt werden.

Klimaschutz muss für alle möglich sein

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich das Geld. Klimaschutz darf nicht nur für Menschen funktionieren, die sich teure umweltfreundliche Produkte leisten können.

Wenn beispielsweise eine klimafreundliche Alternative deutlich mehr kostet, kann sich nicht jeder dafür entscheiden. Deshalb muss die Politik darauf achten, dass Klimaschutz sozial gerecht bleibt.

Günstige öffentliche Verkehrsmittel, gute Bus- und Zugverbindungen und Förderungen können dabei helfen. So wird umweltfreundliches Verhalten für mehr Menschen möglich.

Die Politik muss die Voraussetzungen schaffen

Am Ende kann jeder Mensch etwas für das Klima tun. Aber es reicht nicht, nur auf das Verhalten einzelner Menschen zu schauen.

Wenn ich den Bus nehmen möchte, muss es auch einen geben. Wenn ich klimafreundlicher leben möchte, muss ich mir die Alternative auch leisten können. Und wenn Unternehmen große Mengen CO₂ verursachen, müssen auch sie ihren Beitrag leisten.

Deshalb sehe ich die Politik in einer besonderen Verantwortung. Sie kann Gesetze machen, Unternehmen beeinflussen und dafür sorgen, dass klimafreundliches Verhalten im Alltag einfacher wird.

Klimaschutz ist eine Aufgabe für uns alle. Aber die Politik muss die Voraussetzungen schaffen, damit aus guten Vorsätzen auch echte Veränderungen werden.

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