Vor ein paar Tagen war ich im MediaMarkt und stand ganz normal in der Warteschlange. Neben mir stand eine Frau und wir kamen zufällig ins Reden. Eigentlich hat das Gespräch mit etwas ganz anderem angefangen, aber irgendwann waren wir beim Thema Künstliche Intelligenz. Aus ein paar Minuten wurden am Ende fast eine Stunde.
Besonders hängen geblieben ist mir eine Aussage von ihr. Sie arbeitet im Finanzbereich und hat erzählt, dass in vielen Unternehmen schon jetzt immer öfter geschaut wird, welche Aufgaben in Zukunft von KI übernommen werden könnten. Es geht nicht darum, dass morgen alle ihren Job verlieren. Aber Unternehmen überlegen sich schon heute, wo sie in Zukunft Personal einsparen können.
Das hat mich ehrlich gesagt zum Nachdenken gebracht. Ich beginne selbst bald ein Finanzstudium und frage mich natürlich auch, wie mein Beruf in fünf oder zehn Jahren aussehen wird. Vor ein paar Jahren hat man sich diese Frage wahrscheinlich noch gar nicht gestellt. Heute gehört sie fast schon dazu.
Was bedeutet das für die Studienwahl?
Viele Schülerinnen und Schüler stehen gerade vor der Entscheidung, was sie studieren sollen. Früher hat man sich hauptsächlich überlegt, was einem Spaß macht oder wo man später gut verdienen kann. Heute kommt noch eine weitere Frage dazu: Kann KI diesen Beruf vielleicht bald übernehmen?
Ich glaube nicht, dass KI alle Jobs ersetzt. Aber sie wird viele Berufe verändern. Gerade dort, wo viel mit Daten, Texten oder Informationen gearbeitet wird, werden sich Arbeitsabläufe wahrscheinlich stark verändern. Das heißt aber nicht automatisch, dass diese Berufe verschwinden. Vielmehr wird man lernen müssen, mit KI zusammenzuarbeiten.
Für mich ist genau das der entscheidende Punkt. Wer heute studiert, sollte sich überlegen, wie KI im eigenen Beruf eingesetzt werden kann. Man sollte sie als Werkzeug verstehen und lernen, sie richtig zu nutzen. Gleichzeitig glaube ich, dass Fähigkeiten wie Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, mit Menschen sprechen oder Probleme lösen auch in Zukunft wichtig bleiben werden.
Das Gespräch im MediaMarkt hat mir gezeigt, dass dieses Thema nicht nur junge Menschen beschäftigt. Auch Erwachsene machen sich Gedanken darüber, wie sich ihre Arbeit verändern wird. Ich denke deshalb, dass wir schon in der Schule und spätestens vor der Studienwahl mehr darüber sprechen sollten. Denn die Entscheidung für ein Studium ist heute vielleicht wichtiger als jemals zuvor , nicht nur wegen der eigenen Interessen, sondern auch wegen der Frage, wie sich die Arbeitswelt in den nächsten Jahren entwickeln wird.
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