Eine Frage, die sich jeder irgendwann stellt, lautet: „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ Sie taucht besonders dann auf, wenn eine nahestehende Person verloren geht oder schwer erkrankt.
Sicherlich ist noch nicht allen bekannt, was ein Deadbot ist. Zur Erklärung: Dabei handelt es sich um eine KI, die mit allen verfügbaren Daten sowie Bildmaterial, Videos und Stimmaufzeichnungen einer dem Tod nahen oder bereits verstorbenen Person gefüttert wird, um einen Avatar dieser geliebten Person zu kreieren. Mit diesem Avatar kann auf verschiedene Arten kommuniziert werden. Klingt gruselig? Für die Mehrheit der Befragten ist es das auch. Bis jetzt kann sich nur eine Minderheit vorstellen, auf diese Weise die Erinnerung an einen nahestehenden Menschen weiterleben zu lassen.
Geliebte Menschen leben in unserer Erinnerung weiter
Bedeutet das, alle Verstorbenen werden sofort vergessen? Natürlich nicht. Auch ohne KI existiert ein funktionierendes Erinnerungsvermögen. Erinnerungen lassen sich ein Leben lang abrufen: wie jemand ausgesehen hat, sich bewegt und gesprochen hat, welche Vorlieben die Person hatte. Selbst ohne Avatar läuft in unserem Gedächtnis ein Film ab, den wir jederzeit abspielen können – begleitet von allen möglichen Emotionen.
Ein großes Manko bleibt jedoch, wenn Menschen von uns gehen: Auf alle Fragen, die nicht zu Lebzeiten gestellt wurden, gibt es nie wieder eine Antwort. Und wer weiß schon, ob der Avatar des geliebten Großvaters tatsächlich die Antworten gibt, die der Opa selbst gegeben hätte. Umarmungen und echte Nähe sind weder bei Verstorbenen noch bei Deadbots möglich.
Die KI-Afterlife-Industrie verdient mit Deadbots inzwischen viel Geld. Auch die Idee, historische Persönlichkeiten wieder „auferstehen“ zu lassen, um Geschichte lebendiger zu erleben, gewinnt an Bedeutung. Doch hier sollten alle Alarmglocken schrillen: Wo positiver Nutzen möglich ist, lauern auch Risiken. „Historische Avatare“ könnten von Interessensgruppen missbraucht werden, um unethische Inhalte oder Unwahrheiten zu verbreiten.
Kommentare