KI in der Schule: Hilfe oder Hindernis für die Kreativität?

Die achtjährige Emma tippt ihre Matheaufgaben in ein KI-Programm und erhält die Lösung in drei Sekunden. Ihre Lehrerin ahnt nichts davon. Was für Emma ein cleverer Trick ist, wirft für Pädagogen und Eltern die Frage auf: Fördert die neue Technik das Lernen, oder macht sie junge Menschen abhängig und unkreativ?

Person stellt Fragen an einen Chatbot
Ist Künstliche Intelligenz wirklich so hilfreich für die gesunde Entwicklung von Jugendlichen? (Foto: Gerd Altmann )

KI-Systeme liefern Informationen in Sekunden und helfen bei Hausaufgaben oder Alltagsproblemen. Auch in Medizin, Technik und Forschung nutzen Fachleute die Programme zunehmend. „Die Maschine wirkt oft perfekt, ist es jedoch nicht“, sagt Prof. Jana Müller, Expertin für digitale Bildung, auf einer Fachtagung in Berlin im Mai 2023. „KI-Systeme machen ebenso Fehler wie Menschen.“ Auch in unserer Schule ist KI ein Streitpunkt, da wir Schüler uns gerne damit beschäftigen. Unsere Lehrer und Lehrerinnen finden jedoch, dass wir dadurch viel unkreativer werden.

Tipps zum Umgang

Damit die Vorteile der Künstlichen Intelligenz nicht zur Belastung werden, wird ein bewusster Umgang empfohlen:

  1. Keine persönlichen Daten (Name, Alter, Adresse) eingeben.
  2. KI nicht als Ersatz für ärztliche Beratung oder psychologische Hilfe nutzen.
  3. Sich nicht mit der Maschine vergleichen, denn sie ist kein Mensch und kein Maßstab für Kreativität oder Intelligenz.

Gefährdung der Kreativität?

Kritiker wie Thomas Becker, Medienpädagoge aus München (Süddeutsche Zeitung, Juni 2023), sehen in der KI eine Gefahr für die persönliche Entwicklung junger Menschen. Wenn Schüler sich bei Aufsätzen oder Mathehausaufgaben auf Chatbots verlassen, schreiben sie zwar fehlerfreie Texte oder lösen schwierige Aufgaben, jedoch oft ohne eigene Ideen oder Lösungswege.

Auch Eltern haben Bedenken, da ihre Kinder kaum etwas mehr selbst machen. Emma K. (12) sagt in einem Interview: „Die KI macht es schneller, da lohnt es sich nicht, es selbst zu machen. Außerdem macht sie keine Fehler.“ Ob das, was Emma meint auch wirklich stimmt, ist und bleibt ein Streitpunkt.

Fazit

Künstliche Intelligenz ist Hilfsmittel und Herausforderung zugleich. Sie erleichtert das Leben, birgt jedoch Gefahren, wenn man sich blind auf sie verlässt. Entscheidend ist ein kritischer, aber offener Umgang mit der Technik in den verschiedenen Themenbereichen.

Emma jedenfalls wird weiterhin ihre Matheaufgaben in drei Sekunden lösen lassen. Ob sie dabei wirklich lernt oder nur Antworten sammelt, hängt davon ab, wie Eltern und Lehrer mit der neuen Realität umgehen.





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