Kennt ihr das auch? Wenn man einander plötzlich nichts mehr zu sagen hat...

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TOP 25 Autorin
Volontärin · GRG10 Laaerberg Gymnasium
07.09.2026
2 Min.

Mit meiner besten Freundin rede ich normalerweise über alles. Doch in dieser Pause sitzen wir plötzlich nebeneinander und sagen kein Wort. Zuerst fühlt sich die Stille seltsam an, dann frage ich mich: Muss eine Freundschaft eigentlich immer voller Gespräche sein?

Stille kann angenehm sein. (Foto: shutterstock)

In der Pause sitze ich neben meiner besten Freundin auf einer Bank im Schulhof. Eigentlich ist das nichts Besonderes. Wir sitzen hier fast jeden Tag zusammen. Normalerweise reden wir über alles Mögliche. Oft reicht ein einziger Satz, und schon sind wir mitten in einem Gespräch. Wir erzählen uns, was gerade passiert ist, reden über andere Menschen oder lachen einfach über irgendeinen völligen Unsinn.

Heute ist es anders. Sie sitzt neben mir und schaut auf ihr Handy. Ich lehne mich zurück und sehe kurz über den Schulhof. Um uns herum reden andere Schüler, irgendwo lacht jemand und von der anderen Seite des Hofes hört man Stimmen. Trotzdem kommt zwischen uns kein Wort.

Ein paar Sekunden vergehen. Ich schaue sie kurz an und überlege, ob ich etwas sagen soll. Vielleicht irgendeine Frage. Irgendetwas Belangloses, über das man normalerweise einfach reden würde. Aber mir fällt nichts ein. Ich schaue wieder weg und warte darauf, dass vielleicht von ihr etwas kommt.

Nichts.

Erst jetzt merke ich, wie ungewohnt sich das anfühlt. Wir verbringen so viel Zeit miteinander und erzählen uns sonst ständig irgendetwas. Warum sitzen wir plötzlich einfach nebeneinander und sagen nichts?

Die Stille fühlt sich zuerst fast falsch an. Als müsste einer von uns unbedingt etwas sagen, damit wieder alles normal ist. Ich frage mich, ob sie genauso darüber nachdenkt wie ich. Vielleicht findet sie das Schweigen überhaupt nicht komisch. Vielleicht bin nur ich es, die gerade versucht, unbedingt ein Gespräch anzufangen.

Je länger wir schweigen, desto mehr denke ich darüber nach, warum Stille zwischen zwei Menschen oft sofort unangenehm wirkt. Wenn zwei Personen nichts sagen, nimmt man schnell an, dass etwas nicht stimmt. Dabei muss Schweigen gar nichts bedeuten. Vielleicht passiert gerade einfach nichts, worüber man reden muss.

Gleichzeitig frage ich mich, was das eigentlich über eine Freundschaft aussagt. Wenn man jemanden sehr gut kennt, erzählt man dieser Person fast alles sofort. Jeder Gedanke, jede kleine Geschichte und jedes noch so unwichtige Erlebnis wird geteilt. Vielleicht kann es dann irgendwann tatsächlich einen Moment geben, in dem gerade nichts Neues da ist.

Vielleicht ist ein bisschen Abstand deshalb gar nicht schlecht. Nicht, weil man sich weniger mögen soll, sondern weil jeder auch eigene Dinge erleben kann. Dann gibt es beim nächsten Treffen wieder etwas zu erzählen.

Ich schaue wieder zu meiner Freundin. Sie legt ihr Handy weg und sieht mich an.

„Hast du eigentlich für den Test gelernt?“, fragt sie plötzlich.

Ich muss lachen. „Ein bisschen.“

Und schon fangen wir wieder an zu reden.

Trotzdem denke ich noch eine Weile über die kurze Stille nach. Vielleicht ist es gar nicht schlimm, wenn wir einem Menschen einmal nichts zu sagen haben. Gerade bei den Menschen, bei denen wir uns wohlfühlen, müssen wir uns nicht ständig unterhalten. Manchmal können wir einfach nebeneinandersitzen, ohne dass etwas gesagt werden muss.

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