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Wie Leistungsdruck junge Menschen vom Leben abhält

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3 Kommentare
17.11.2025
3 Min.

Wir funktionieren, hetzen von der Schule nach Hause, jonglieren Hobbys und Erwartungen. Doch wann haben wir zuletzt wirklich gelebt? Tim Bendzkos Song „Keine Maschine“ erinnert uns daran, ein echtes Leben zu verdienen.

Manchmal fühlen wir uns in unseren Gedanken gefangen, doch wir sollten nie die Hoffnung verlieren. Denn es gibt immer eine Lösung. (Foto: Pixabay/Kei_Therapeutic_Art)

„Ich bin doch keine Maschine. Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut und ich will leben, bis zum letzten Atemzug.“ Das sang Tim Bendzko im Refrain seines Liedes „Keine Maschine“ im Jahr 2016. Der Song beschreibt das Gefühl, im Alltag funktionieren zu müssen, obwohl wir uns eigentlich danach sehnen, wieder wirklich zu leben und wir selbst zu sein.

Wir kennen es wahrscheinlich alle. Wir haben so viel um die Ohren, dass wir gar nicht mehr wissen, wo wir anfangen sollen. Deswegen funktionieren wir nur noch und tun das, was getan werden muss. Doch in Wahrheit wollen wir mehr: Nicht nur funktionieren, sondern leben. Dazu mehrere Beispiele.

Hoher Leistungsdruck hält vom Leben fern

Schule, Führerschein, Arbeit, Hobbys, Maturaball. All das müssen wir irgendwie managen und unter einen Hut bringen. Doch die Zeit dafür reicht oft nicht aus. Gleichzeitig gibt es viele Erwartungen, die auf uns Jugendlichen lasten. Wir haben konstanten Druck, immer besser zu werden, besser zu sein. Social Media, Zukunftsängste und der Wunsch, gesellschaftlichen Idealen zu entsprechen, verschärfen das Gefühl, ständig leisten zu müssen.

Irgendwann wird alles zu viel. Der Druck kann zu Angststörungen, Burnouts oder Depressionen führen. Unsere mentale Gesundheit leidet, und noch immer wird in unserer Gesellschaft zu wenig offen darüber gesprochen.

Fehler sind menschlich und trotzdem ein Tabu

„Ich bin ein Mensch. Mit all meinen Fehlern. Meiner Wut und der Euphorie. Bin keine Maschine, ich leb’ von Luft und Fantasie.“ Dieser Teil des Songs zeigt, dass wir ständig gute Leistungen bringen sollen. Doch wenn wir Fehler machen oder Schwäche zeigen, egal, ob in der Schule, im Sport oder im Job, wird das gegen uns verwendet. Es gilt als Makel oder Vorwurf.

Deshalb trauen wir uns oft nicht mehr, um Hilfe zu fragen. Das gilt besonders bei psychischen Problemen. Mentale Gesundheit ist noch immer tabu, und viele wollen nicht als „schwach“ gelten. Deshalb ist es wichtig, psychische Gesundheit genauso ernst zu nehmen wie körperliche.

Wer nur funktioniert, vergisst das Leben

Das Wichtigste ist: Wer immer nur funktioniert, vergisst irgendwann, wie sich echte Lebensfreude anfühlt. Wie es ist, mehr Zeit für wirklich Wichtiges zu haben, über Gefühle zu sprechen und Zeit mit Menschen zu verbringen, die uns wichtig sind.

Die Schule sollte solche Dinge fördern, weniger Leistungsdruck, mehr Fokus auf Werte, die uns weiterbringen. Wir alle haben noch einiges zu lernen. Vor allem eines: Unsere Leistung spiegelt nicht unseren Wert wider.

Es gibt so viel zu lernen, zu erleben und zu entdecken. Trotzdem gehen wir noch immer in die Schule, studieren und arbeiten, versuchen Erwartungen zu erfüllen und dem Druck standzuhalten, obwohl wir viel mehr Zeit mit Dingen verbringen könnten, die uns wirklich interessieren und Freude machen. Oder wie Tim Bendzko es formulierte: „Es gibt noch so viel Außergewöhnliches zu erleben. Die ganze Welt steht mir offen, ich steh wie angewurzelt daneben.“

Ein Schluss, der Mut macht

Also: Worauf warten wir? Wir haben alles, was wir für Veränderung brauchen. Wir müssen uns nur klarmachen, dass wir nicht länger auf den Druck hören sollten und dass unsere Leistung nicht bestimmt, welchen Wert wir haben.

Denn wir sind keine Maschinen.

Wir sind Menschen aus Fleisch und Blut.

Wir wollen leben bis zu unserem letzten Atemzug.

Wir sind Menschen mit all unseren Fehlern, unserer Wut und der Euphorie.

Wir sind keine Maschinen. Wir leben von Luft und Fantasie.



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Kommentare

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    am 18.11.2025 Laura Gschiel
    Sehr guter Text! Ich finde es sehr schade, dass man unter so viel Druck steht…sehr guter Text, gute Struktur und Unterteilung, sehr spannend zum lesen !! :) Weiter so!
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    vor 2 Tagen Christian Stockmaier
    Es sollten junge und vor allem ältere Menschen diesen Text lesen, um das nicht immer leichte Leben junger Menschen besser zu verstehen.