Bei diesem Problem bietet die überbetriebliche Lehre die perfekte Lösung. Dank der ÜBA erhält jeder Jugendliche den passenden Platz, um eine vollwertige Lehrausbildung zu absolvieren. Die Ausbildung findet nicht direkt in einem Betrieb statt, sondern beim BFI, WFI oder Jugend am Werk .
Das Hauptziel ist es, so schnell wie möglich in eine normale Lehrstelle in einem Betrieb zu kommen. Falls das nicht funktioniert, findet die komplette Ausbildung dort statt und wird mit der regulären Lehrabschlussprüfung abgeschlossen.
Gleicher Abschluss, gleiche Chancen
Mit einer überbetrieblichen Lehre hat man die gleichen Möglichkeiten wie mit einer normalen Lehre. Da beide Ausbildungsformen mit der Lehrabschlussprüfung enden, ist das Zeugnis am Arbeitsmarkt vollkommen gleichwertig. Du hast später den gleichen gelernten Beruf wie jeder anderer. Alle Wege wie die Berufsmatura, Meisterprüfungen oder spätere Spezialisierungen stehen dir genauso offen. Hast du nach der ÜBA eine Berufsmatura gemacht, kannst du sogar studieren.
Für wen ist die ÜBA?
Es ist als Auffangnetz für Personen gedacht, die auf dem normalen Arbeitsmarkt trotz Bemühungen keinen Ausbildungsplatz finden.
Die ÜBA wurde primär für Jugendliche geschaffen, um die gesetzliche "Ausbildung bis 18" in Österreich abzusichern. Sie richtet sich an Pflichtschulabsolventen, die nach der Mittelschule oder Poly keine Lehre gefunden haben. Schulabbrecher sind für die ÜBA auch herzlich willkommen. Jugendliche, die ihre Lehrstelle verloren haben, ist es eine gute Chance, um neu zu starten.
Voraussetzungen für die ÜBA
Für die ÜBA muss man natürlich gewisse Voraussetzungen mitbringen. Um überhaupt eine Chance für eine überbetriebliche Ausbildung zu haben, ist eine Registrierung als lehrstellensuchend beim AMS notwendig. Die neunjährige gesetzliche Schulpflicht muss erfüllt sein. Ein positiver Pflichtschulabschluss ist dafür keine Pflicht, das bloße Absolvieren der 9 Schuljahre reicht aus.
Ein Nachweis sollte erbracht werden, dass man trotz Bemühungen und Bewerbungen keine normale betriebliche Lehrstelle finden konnte oder bereits eine Lehre abgebrochen hat.
Zwei Wege, ein Ziel
Es gibt zwei Modelle der überbetrieblichen Lehre. Im ersten Modell lernt man das Handwerk und die Praxis direkt in den Lehrwerkstätten oder Übungsbüros des Schulungsträgers. Zusätzlich macht man regelmäßig Praktika in echten Betrieben. Im zweiten Modell verbringt man die meiste Zeit als Praktikant direkt in einem Betrieb und lernt, wie der Arbeitsalltag funktioniert.
Über 200 Berufe zur Auswahl
Fast jeden der über 200 offiziellen Lehrberufe in Österreich kann man in der ÜBA erlernen. Da das AMS die ÜBA finanziert, wird die Auswahl der Lehrberufe laufend an den konkreten Bedarf des regionalen Arbeitsmarktes angepasst. Manche Berufe gibt es zum Beispiel nicht oder sind fast unmöglich zu erlernen, da der nötige Platz dafür fehlt.
Das verdienst du in der ÜBA
Bei einer ÜBA bekommt man kein normales Lehrlingseinkommen, aber dafür eine sogenannte Ausbildungsbeihilfe vom AMS. Im 1. und 2. Lehrjahr bekommt man pro Monat 439,80 Euro netto. Im 3.Lehrjahr bekommt man dann 1.015,80 Euro netto pro Monat.
Vorteile der ÜBA
Bei einer normalen Lehre wirst du nach der Lehrabschlussprüfung direkt von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Bei der ÜBA musst du dich am Ende der Lehrzeit aktiv bei Firmen bewerben, da die Schulungseinrichtung selbst dich ja nicht anstellen kann.
In der ÜBA kannst du sogar mit etwas Glück in eine normale Lehre bei einer echten Firma wechseln. Deine bereits absolvierte Zeit wird dabei voll angerechnet.
Mehr soziale Betreuung und gezielte Nachhilfe für die Berufsschule bietet die ÜBA deutlich. Außerdem ist die Option auf eine verlängerte Lehre oder Teilqualifizierung leichter zu erreichen.
Die ÜBA als Sprungbrett
Die überbetriebliche Lehre ist eine echte und vollwertige Option. Für viele Jugendliche ist sie sogar das wichtigste Sicherheitsnetz, um überhaupt eine berufliche Zukunft aufzubauen. Wenn du trotz vieler Bewerbungen keine normale Lehrstelle findest, ist die ÜBA die beste Option, um keine Zeit zu verlieren. Du startest deine Ausbildung, sammelst Praxis und bist krankenversichert, anstatt zu Hause zu sitzen.
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