Fast kein Spital hat mehr offen, Straßen können nicht mehr instand gehalten werden und ein einziger Knochenbruch bedeutet ein Leben voller Schulden. Der Zusammenbruch eines Staates voller Wohlstand ist die Realität, der wir ohne Steuerzahlern ausgesetzt wären.
Um zu verstehen, warum jeder einzelne von uns knapp die Hälfte seines hart verdienten Gehalts an den Staat abgeben muss, müssen wir verstehen, was mit den Geldern passiert.
Warum alle zahlen
Steuern werden nicht zum Spaß eingezogen. Sie sind der Grund, warum jeder von uns fast kostenfrei in einen Kindergarten, eine Schule oder sogar eine Universität gehen kann. Egal aus welcher sozialen Schicht er oder sie stammt. Egal ob reich oder arm.
Darüber hinaus werden Infrastrukturprojekte ermöglicht, etwa Straßen, Energieversorgung oder Maßnahmen zur Schaffung leistbaren Wohnraums in Städten wie Wien. Der hohe Lebensstandard in Österreich ist eng mit diesen staatlichen Investitionen verbunden.
Wer profitiert?
Von steuerfinanzierten Leistungen profitiert die Gesellschaft insgesamt – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Ein einfaches Beispiel ist die Verkehrsinfrastruktur: Ohne sie wären schnelle Verbindungen zwischen Städten wie Wien und Salzburg kaum denkbar. Eine dreistündige Autofahrt über die Autobahn würde zu einer zwei- oder gar dreifach so langen Fahrt werden.
Das ist mir besonders wichtig
Mir persönlich sind alle oben genannten Punkte unfassbar wichtig und ich bin froh, dass wir eine Regierung haben, die sich um all das kümmert. Mein absolutes Highlight ist aber ohne Zweifel die Bahn. Ohne sie könnte ich nicht einmal jeden Tag zur Schule fahren. Außerdem könnte ich Freunde, die auf der anderen Seite der Stadt leben, viel schwieriger treffen. Von den umweltlichen Folgen, die ohne Züge entstehen würden, gar zu schweigen.
Ohne ein gut ausgebautes Bahnnetz wäre die Abhängigkeit vom Auto deutlich größer – mit entsprechenden ökologischen und sozialen Folgen. Gerade für junge Menschen würde dies eine Einschränkung der Mobilität und Selbstständigkeit bedeuten.
Das Sahnehäubchen auf dem Ganzen ist das in ganz Europa verzweigte Schienennetz, dass einem ermöglicht in der Nacht in Wien in den Zug einzusteigen und in der früh in Italien aufzuwachen.
Mein Appell an alle Steuerhasser
Abschließend möchte ich mich noch an all jene richten, die sich tagtäglich über die (hohen) Steuern in Österreich, oder auch in anderen EU-Staaten beschweren: Nimm dir einmal zwei Minuten Zeit und stell dir vor, wie dein Leben ohne instandgehaltene Straßen, ohne einem für alle zugänglichen Bildungssystem oder auch ohne öffentliche Verkehrsmittel aussehen würde.
„Steuern sind der Preis, den wir für eine zivilisierte Gesellschaft zahlen.“
– Oliver Wendell Holmes Jr. (Ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten)
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