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Kein Social Media Verbot: So lässt sich Hass im Internet regulieren

In Australien ist es bereits Realität. Europa und auch Österreich diskutieren es. Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige befürworten viele Menschen. Dies ist laut Jörg Matthes, einem Professor der Universität Wien, die falsche Lösung. Aber wie kann lässt sich das Internet mehr regulieren und Konsumenten schützen?

"Die Meinungsfreiheit ist eines unserer höchsten Güter" sagte Jörg Matthes. (Foto: pixabay)

Cybermobbing, Hate Speech und digitale Gewalt finden wir auf fast allen Kanälen im Netz. Aufgrund der Anonymität ist es dort auch recht einfach, Hass zu verbreiten. Das ist auch ein Grund, warum mehr Menschen im Internet mobben. Niemand kennt sie und sie können kaum bestraft werden. Nur wenige wissen, ab wann ein Kommentar überhaupt strafbar ist. „Drohungen, Belästigungen, Mobbing, üble Nachreden und Beleidigungen sollten anzeigt werden“, erklärt Jörg Matthes von der Universität Wien. 

Regulierung, Infrastruktur und Medienkompetenz

Es gibt schon jetzt verschiedene Regulierungen, die aber zu locker und von App zu App unterschiedlich sind. Für Matthes gibt es drei Säulen, auf denen ein „Safe Space“ im Internet aufbaut. Zum einen sind es noch strengere Regulierung bei Hasskommentaren. Auch die Medienkompetenz spielt eine wichtige Rolle. Das ist die Fähigkeit, Medien und Inhalte im Internet kritisch zu verstehen und richtig einzuordnen. Dazu gehört das Erkennen von Fake News oder auch das Verstehen von Algorithmen. Der letzte wichtige Punkt ist die technologische Infrastruktur. Algorithmen müssen optimiert werden und Hasskommentare sollten öfter erkennt werden. Es kann auch reguliert werden, inwiefern Menschen auf Social Media interagieren können. Bei wenigen Interaktionsmöglichkeiten kann auch weniger Hass verbreitet werden.

Allerdings ist ein großes Problem die Meinungsfreiheit. Je mehr reguliert wird, desto weniger Freiheit haben Personen im Internet. „Wir müssen uns überlegen, wo die Grenze zwischen Meinungsfreiheit bzw. konstruktiver Kritik und Hass ist“, sagte Jörg Matthes und betonte, dass dies ein ziemlich schmaler Grat sei.

Positiven Effekte von Social Media „sind viel größer“

Jörg Matthes ist selbst gegen ein Verbot von Social Media. „Es hat ein paar negative Effekte, aber die sind relativ klein. Die positiven Effekte sind viel größer“, erklärte Matthes. Social Media biete einen Raum für Diskussionen, in dem verschiedene Meinungen aufeinander treten. Dennoch ist eine ausreichende Medienkompetenz wichtig im Umgang im Internet.


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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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