Kaiserschmarrn, Pommes, Gulaschsuppe. Darum geht's im Leben wirklich

Gutes Essen macht das Leben leichter. (Foto: Natalie Behn/unsplash)

Wenn es einen Moment gibt, der meine komplette zweite Klasse Gymnasium beschreibt, dann ist es sicher dieser Skikurs-Fail. Stellt euch vor: Wir, eine Gruppe von 13-jährigen Möchtegern-Profiskifahrern, die sich fühlen wie Marcel Hirscher, aber fahren wie Bambi auf Eis. Dazu eine Lehrerin, die schon am ersten Tag gemerkt hat: Das wird eine Woche! Und sie sollte Rechte behalten.

Es ist Tag 3, wir alle halb wach, halb zerstört vom frühen Aufstehen, aber immerhin scheint die Sonne. Unsere Gruppe fährt also eine rote Piste runter, alles läuft überraschend gut. Niemand stürzt, niemand schreit, niemand verliert einen Skistock, das war schon Rekordniveau!

Unten angekommen fangen wir an zu sammeln. Jeder dümpelt so rum, schnallt ab, lacht, beschwert sich über kalte Hände… und dann fragt unsere Lehrerin plötzlich:

„Wo ist eigentlich Lukas?“

Wir schauen uns alle an.

„Ähm… der war doch… hinter mir? Oder? Vielleicht? Keine Ahnung?“

Und dann beginnt die Panikphase.

Wir haben wirklich alles abgesucht. Wirklich ALLES.

– Liftstation → nope.

– Pistenrand → niemand.

– Toiletten → leer.

– Schneehaufen → wir haben ernsthaft in Schneehaufen geschaut.

– Wir haben sogar nach Spuren gesucht wie echte Lawinenspürhunde.


Zwei Stunden vergehen. Unsere Lehrerin wird immer nervöser, wir frieren uns alles ab, und langsam fangen wir an, uns zu fragen, ob Lukas vielleicht heimlich ein Portal nach Narnia gefunden hat.

Und dann… völlig plötzlich… hört man jemand sagen:

„Hey, er hat in die Klassengruppe geschrieben!“

Wir stürzen uns alle auf die Handys.

Und da war es:

Ein Foto.

Lukas. Lebendig. Gesund. Strahlend. In einer warmen Hütte.

Vor ihm ein Monument an Essen: Kaiserschmarrn, Pommes, Gulaschsuppe, Kakao mit Sahne. Wahrscheinlich hätte er noch einen Germknödel bestellt, wenn wir ihn nicht gefunden hätten.

Unter das Bild schreibt er:

„Bin in der Hütte. Hab euch verloren. Dachte, ich ess mal was.“

Ganz casual.

Als wäre das die normalste Reaktion darauf, dass man spurlos verschwindet.

Unsere Gruppe bricht komplett zusammen, halb Lachkrampf, halb Unglaube. Unsere Lehrerin dagegen war so zwischen „Gott sei Dank geht’s ihm gut“ und „Wie oft muss ich in meinem Leben noch sowas erleben!?“

Also fahren wir alle gemeinsam zur Hütte. Öffnen die Tür. Und da sitzt Lukas, winkt uns mit seinem Kakao zu und sagt mit vollem Mund:

„Ihr seid aber lange unterwegs gewesen.“

Im ersten Moment wollten wir ihn schütteln, im zweiten nur lachen. Am Ende ist die ganze Gruppe drinnen geblieben, hat sich Essen bestellt und wir haben uns eine halbe Stunde lang über die Aktion kaputtgelacht.

Und das Beste?

Seit diesem Tag überprüfen wir immer ZWEIMAL, ob alle da sind.

Und „Lukas machen“ ist bis heute ein Insider für „einfach entspannt essen gehen und hoffen, dass es keiner merkt.“







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