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Junge Menschen kämpfen nach der Schule mit dem Einstieg ins Berufsleben

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Volontär · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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25.09.2026
3 Min.

In Deutschland und Österreich steht derzeit etwa jeder zehnte junge Mensch im Alter von 20 bis 24 Jahren weder in Ausbildung noch im Berufsleben. Trotz zahlreicher offener Stellen und unzähliger Orientierungsangebote fällt der Schritt ins Arbeitsleben Tausenden schwer. Während Unternehmen händeringend Nachwuchs suchen, scheitert der Einstieg oft an der Frage, was jungen Menschen wirklich wichtig ist: Gehalt, Teamklima oder Sinn?

Der Übergang von der Schule ins Berufsleben stellt viele vor Herausforderungen. (Foto: shutterstock)

Für viele junge Menschen beginnt nach der Schule nicht sofort der nächste Schritt. 12,9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Österreich waren 2023 weder in Beschäftigung noch in Ausbildung. Das entspricht 121.930 jungen Menschen, die von Statistik Austria als sogenannte NEETs erfasst werden.

In Deutschland liegt die NEET-Quote (Not in Education, Employment or Training) bei den 20- bis 24-Jährigen laut Statistischem Bundesamt bei 10,0 Prozent. In Österreich hat sich der Anteil in den vergangenen 15 Jahren kaum verändert. Trotz unzähliger Optionen steht die Frage im Raum, wie der Übergang nach der Schule gelingt.

Egal ob in Wien, Berlin oder Zürich: Wer vor dem Schulabschluss steht, steht oft vor einer Wand aus Optionen. Tausende Studiengänge, hunderte Lehrberufe und dazu die eigene Erwartung, sofort die richtige Wahl zu treffen.

Zwischen Wunschgehalt und Wunschteam

In unserer Schulzeit hören wir ständig, dass uns alle Türen offenstehen. Doch wer vor zu vielen offenen Türen steht, bleibt oft im Flur stehen. Die Prioritäten beim Berufseinstieg haben sich verändert. Laut einer Studie von studium.at verlangen inzwischen 51 Prozent der befragten Jugendlichen ein hohes Einkommen im Beruf. Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 34 Prozent.

Doch Geld allein entscheidet nicht. Bei der konkreten Entscheidung bevorzugen 76 Prozent der Befragten ein gutes Team gegenüber einem höheren Gehalt. Das zeigt eine klare Haltung: Faire Bezahlung wird vorausgesetzt, aber die tägliche Arbeitsatmosphäre gibt den Ausschlag.

Bei den 14- bis 16-Jährigen der Generation Alpha zeigt sich zudem, wie persönlich die Orientierung verläuft. Laut der Trendstudie „Jugend in Deutschland“ nutzen in dieser Altersgruppe 42 Prozent Empfehlungen aus der eigenen Familie und ebenso viele klassische Jobportale. Weitere 40 Prozent nennen Praktika als wichtigen Weg zur Berufswahl.

Wie aus Orientierungslosigkeit ein Weg wird

„Ich saß nach den Maturaresultaten da und hatte keinen blassen Schimmer, was ich am Montag machen soll“, erzählt der 19-jährige Marvin Abdou. Drei Monate vergingen mit Bewerbungsabsagen und Tagebüchern voller Zweifel, ehe er einen Termin beim BerufsInfoZentrum (BIZ) des Arbeitsmarktservice nutzte. „Die Beraterin hat mir nicht gesagt, was ich werden muss. Sie hat mir geholfen, meine Stärken zu ordnen. Erst durch zwei Schnuppertage in einer Werbeagentur habe ich gelernt, was mir wirklich liegt.“

Schulische Orientierungsangebote erreichen viele von uns nur bedingt, wenn sie bei theoretischen Beschreibungen bleiben. Neben persönlichen Erfahrungen gibt es konkrete Anlaufstellen, die den Einstieg erleichtern:

  1. Jugendcoaching und Berufsberatung: Kostenlose Beratungstermine bei Stellen wie dem BIZ des AMS bieten individuelle Standortbestimmungen an.
  2. Schnuppertage und Praktika: Ein paar Tage im Betrieb liefern mehr Klarheit über Arbeitsklima und Aufgaben als zehn Broschüren.
  3. Messen und Infotage: Veranstaltungen von Fachhochschulen und Innungen bieten Gelegenheit, direkt mit Auszubildenden und Studierenden zu sprechen.

„Wenn Unternehmen junge Leute erreichen wollen, müssen sie echte Einblicke bieten und zuhören“, sagte Simon Schnetzer, Jugendforscher und Autor der Trendstudie „Jugend in Deutschland“, laut einem Bericht auf Simon-Schnetzer.com.

Am Ende geht es darum, den eigenen Weg Schritt für Schritt auszuprobieren, statt auf die perfekte Lösung zu warten.

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