Letztes Jahr habe ich bei einer Verlosung ein Ticket für eine Disco gewonnen. Ich bekam die Information erst sehr spät, also rief ich schnell eine Freundin an, die spontan zugesagt hat. Danach musste ich nur noch die Erlaubnis meiner Eltern einholen, was sich, wie erwartet, als sehr schwierig herausstellte.
Am Ende wurde daraus nichts, weil meine Eltern meinten, ich könne noch nicht genug Verantwortung für mich übernehmen. Dabei wäre die Party sogar für junge Leute gewesen. Dieses Erlebnis hat mir wieder gezeigt, wie oft die Gefühle, Wünsche und Entscheidungen von Jugendlichen von Erwachsenen abgetan werden.
Mehr Rechte brächten Fairness
Jugendliche haben eigene Meinungen, Gefühle und Gedanken, die genauso ernst genommen werden sollten wie die von Erwachsenen. Trotzdem werden Probleme oft belächelt oder als übertrieben dargestellt. Viele Jugendliche stehen unter großem Druck: Schule, Noten, Zukunftsängste, Erwartungen der Eltern und der Einfluss sozialer Medien prägen den Alltag stark. Wenn Erwachsene dann alles mit Sätzen wie „Das ist halt typisch Teenie“ oder „Man merkt, dass sie/er in der Pubertät ist“ abtun, fühlt man sich missverstanden und nicht respektiert.
Statt vorschneller Urteile wäre es wichtig, zuzuhören und Verständnis zu zeigen. Nicht alles lässt sich einfach auf die Pubertät schieben. Klar, das Gehirn ist noch in der Entwicklung, aber es ist keineswegs „defekt“. Natürlich trifft das nicht auf alle Jugendlichen gleichermaßen zu, aber persönlich habe ich solche Erfahrungen leider schon öfter gemacht.
Daher ein Tipp für Eltern: Hört euren Kindern wirklich zu, urteilt nicht vorschnell und versucht, euch vorzustellen, dass ihr mit einem Erwachsenen sprecht, der euch seine Gedanken erklärt. Respekt und Verständnis sind der Schlüssel, um ernst genommen zu werden – egal in welchem Alter.
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