Diese Situation begegnet mir immer wieder im Alltag. Immer wenn ich stark versuche, mich an etwas zu erinnern, passiert das Gegenteil: Ich vergesse es immer mehr. Erst wenn ich aufhöre, krampfhaft darüber nachzudenken, fällt es mir plötzlich wieder ein – manchmal Minuten später, manchmal sogar Stunden danach.Und manchmal erst, wenn jemand Anderes plötzlich gabz willkürlich in einem Gespräch erwähnt.
Wenn Nachdenken zum Hindernis wird
Eigentlich müsste man meinen, dass mehr Konzentration auch zu einer schnelleren Antwort führt. Das wird uns doch auch in der Schule erzählt? Doch oft scheint unser Gehirn andersherum zu arbeiten. Sobald ich mich unter Druck setze und unbedingt auf die Lösung kommen will, entsteht eine Art Blockade. Ich suche immer verzweifelter nach der richtigen Erinnerung und entferne mich dabei gefühlt immer weiter von ihr.
Und plötzlich ist die Antwort wieder da
Das Faszinierende ist, dass die Erinnerung fast nie ganz verschwunden ist. Sie taucht oft genau dann wieder auf, wenn ich längst aufgehört habe, darüber nachzudenken. Beim Zähneputzen, auf dem Heimweg oder mitten in einem ganz anderen Gespräch fällt mir plötzlich genau das Wort ein, das vorher unauffindbar war. Es wirkt fast so, als hätte mein Gehirn im Hintergrund weitergesucht. Und nicht nur mir geht es so. Ich habe genau über diesen Phänomen erst letztens mit zwei Freunden gesprochen. Sie konnten das extrem nachvollziehen und meinten, sie erleben das Gleiche.
Vielleicht funktioniert unser Kopf anders, als wir glauben
Diese Beobachtung hat mich zum Nachdenken gebracht. Aber nicht zu viel, sonst vergesse ich es wieder! Vielleicht entstehen die besten Gedanken nicht dann, wenn wir sie erzwingen wollen. Vielleicht brauchen manche Erinnerungen einfach Zeit und Ruhe, statt Druck und Anstrengung.
Seitdem versuche ich, mich weniger bei solchen Momente anzustrengen. Wenn mir etwas gerade nicht in den Kopf kommt, wird es sicherlich einen Grund dafür geben. Und die wichtigsten Gedanken, kommen eh irgendwann zurück.Und vielleicht ist genau das die eigentliche Beobachtung: Manchmal erinnert man sich am besten, wenn man aufhört, sich erinnern zu wollen.
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