Große Comebacks gehören zum Sport einfach dazu. Hermann Maier stand nach seinem schweren Motorradunfall wieder ganz oben am Podest. Niki Lauda kehrte nur Wochen nach seinem beinahe tödlichen Formel-1-Unfall ins Cockpit zurück. Auch Lindsey Vonn kämpfte sich nach unzähligen Verletzungen immer wieder zurück an die Spitze. Diese Geschichten zeigen, wie viel Willenskraft, Mut und mentale Stärke im Spitzensport stecken. Und genau in diese Reihe reiht sich nun auch eine Geschichte ein, die vielen unter die Haut ging.
Ähnlich könnte es auch bei Jakob Schramm sein: Am 22. Jänner 2025 stürzte er im zweiten Abfahrtstraining heftig. Blutige Knie, starke Schmerzen, pures Entsetzen. Der damals 26-Jährige entkam nur knapp einer Katastrophe. Zeitweise stand sogar eine Amputation im Raum. „Wären die Nerven stärker beschädigt gewesen, hätte man das Bein verlieren können“, erzählt Schramm. Dass der Arzt das ausgerenkte Knie sofort einrenkte, verhinderte Schlimmeres.
Die Diagnose blieb dennoch dramatisch. Kreuzbandrisse in beiden Knien, eine Kniegelenksluxation sowie schwere Muskel- und Bandverletzungen. An den eigentlichen Sturz erinnert sich Schramm kaum. „Die Minuten danach sind einfach weg. Ich weiß noch, wie ich lag, aber nicht mehr, wie es sich angefühlt hat.“
Nach monatelanger Reha stand der Bayer im November erstmals wieder auf Skiern. Mittlerweile absolvierte er bereits 18 Skitage. Sein nächster Schritt führte ihn ausgerechnet zurück an den Ort des Geschehens, auf die Streif in Kitzbühel. Beim zweiten Abfahrtstraining will er die Strecke bewusst besichtigen. „Das ist Traumabewältigung. Ich will die Piste wieder sehen, mein Auge schulen und zurück in den Weltcup-Alltag finden“, erklärt der inzwischen 27-Jährige.
Weltcup-Punkte hat Schramm bisher noch keine gesammelt. Trotzdem blickt er nach vorne und hat ein klares Ziel vor Augen: die Olympischen Winterspiele 2030 in Frankreich. „Ich habe hart gearbeitet und alles so umgesetzt, wie ich es mir vorgenommen habe.“
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