Wer auf Social Media nach dem Idealbild der modernen Frau sucht, stößt schnell auf den Begriff "that girl". Doch was steckt wirklich hinter den scheinbar perfekten Kulissen? Viele Influencer erklären, dass sie als "that girl" nur versuchen, die beste Version ihrer selbst zu werden. Das klingt auch eigentlich gar nicht schlecht, aber ich bestreite, dass es wirklich nur darum geht.
Immer, wenn ich auf Social-Media-Plattformen den Begriff "that girl" eingebe, werden sofort Videos angezeigt, bei denen teure Produkte verwendet werden, die ganze Einrichtung in weiß oder Pastellfarben gehalten ist und alles, vom Essen bis zum Schreibtischdekor, wirkt perfekt.
Meiner Meinung nach wirkt es so, als ginge es manchmal mehr um materielle Dinge, wie beispielsweise teure Skincare-Produkte, als um die wirkliche Selbstoptimierung. Für viele wäre dieses Leben bestimmt ihre beste Version von sich selbst, aber wäre es realistisch und immer gesund?
Die Folgen von verborgenem Perfektionismus
Hinter der Selbstoptimierung verbirgt sich oft Perfektionismus, der keine schlechten Seiten erlaubt. Doch wenn wir versuchen, immer makellos zu sein, werden wir irgendwann scheitern, da das einfach nicht möglich ist. Alle machen manchmal Fehler oder Dinge, die ihnen nicht guttun. Das Scheitern bewegt einen dazu, unzufrieden mit sich selbst zu sein, auch wenn sonst alles gut läuft. Es ist wie ein kleiner Fleck auf einem T-Shirt. Sobald er da ist, fühlen wir uns schmutzig und unwohl, obwohl sonst alles noch sauber ist.
In fast allen Clips auf den sozialen Medien mit dem Hashtag "that girl" werden teure Pflege-Produkte gezeigt. Das kann einem Druck machen, da unterbewusst die Gedanken entstehen, ohne den "richtigen" Sachen nicht gut genug sein zu können. Vielleicht kauft man deswegen etwas Teures, worauf man sonst nie aufmerksam geworden wäre. Ich spreche aus Erfahrung, manche Dinge, die ich besitze, hätte ich echt nicht gebraucht, aber trotzdem habe ich sie genau deswegen gekauft.
Selbstoptimierung und Produktivität? Ja, aber mit Fehlertoleranz
Das ideale Mädchen wird auch oft als sportlich und produktiv dargestellt. Diese zwei Punkte sind meiner Meinung nach gesund und ich strebe danach, so zu sein. Wenn ich merke, dass ich wirklich produktiv war, dann bin ich immer stolz auf mich. Ich bin froh, Sachen endlich erledigt zu haben. Außerdem liebe ich Sport. Wenn ich mich bewege, fühle ich mich einfach gut und es macht mir Spaß. Also produktiv zu sein und Sport wirken sich für mich sehr positiv aus, aber das kann für jede und jeden unterschiedlich sein
Wir sollten vielleicht auch (manchmal) versuchen, die beste Version von uns selbst zu werden. Dazu sollte aber auch gehören, dass wir uns erlauben, Fehler zu machen und sie uns verzeihen. Wenn wir beispielsweise versuchen, möglichst gesund zu essen, bedeutet das nicht, dass wir nie Fastfood essen dürfen. Und wenn wir uns dann doch einmal einen Burger von McDonalds gönnen, ist das Teil eines menschlichen Gleichgewichts. Wir sollten aber trotzdem nicht nur "Mecces" essen. Und genau so ist das mit dem Wunsch nach Perfektion auch. Wir finden eine gesunde Balance zwischen Exzellenz und Ausrutschern.
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