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Inspiration und Gefahr: Ernährungstipps auf Social Media

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TOP 25 Autorin
Volontärin · HLM HLW Krems
12.05.2026
3 Min.

Auf Social Media scheint es unendlich viele Tipps rund um Ernährung zu geben. Viele Influencer*innen zeigen täglich, was sie essen, welche Produkte sie verwenden und wie man sich angeblich „richtig“ ernährt. Dabei stellt sich die Frage: Haben Influencer*innen heute die Rolle von Ernährungsberater*innen übernommen?

Zwischen inspirierenden Food-Ideen und gefährlichen Schönheitsidealen prägen Ernährungstrends auf Social Media täglich, wie wir über Essen, Körper und Gesundheit denken. (Foto: Shutterstock)

Denise sitzt am Abend auf ihrem Bett und scrollt durch TikTok. Ein Video nach dem anderen erscheint auf dem Bildschirm: „Mit diesem Detox-Drink verlierst du in einer Woche drei Kilo“, sagt eine Influencerin und hält ein buntes Getränk in die Kamera. Darunter tausende Likes und Kommentare von Menschen, die schreiben, wie gut der Tipp angeblich funktioniert hat. Kurz bleibt Denise beim Video hängen und fragt sich: Sollte ich das vielleicht auch ausprobieren?

Vor allem junge Menschen holen sich ihre Informationen mittlerweile eher auf TikTok oder Instagram als aus Fachbüchern oder von Expert*innen.

Social media hat auch Vorzüge

Das muss aber nicht automatisch schlecht sein. Ich habe durch Social Media selbst viele hilfreiche Dinge gelernt und neue Lebensmittel für mich entdeckt. Früher dachte ich bei Obst sofort nur an Äpfel, weil sie immer als typisches Beispiel für gesunde Ernährung genannt werden. Mittlerweile weiß ich unter anderem durch Social Media, dass auch Dinge wie Ananas, Kiwi oder Maracuja dazugehören und dass gesundes Essen nicht langweilig sein muss.

Auch beim Kochen habe ich Tipps gelernt, die ich vorher nicht kannte. Zum Beispiel, dass man Knoblauch zuerst alleine anbraten sollte, bevor andere Zutaten dazukommen, damit sich der Geschmack besser entfaltet. Oder dass man statt Reis auch Quinoa verwenden kann. Solche kleinen Tipps können inspirieren und Menschen motivieren, bewusster zu essen oder Neues auszuprobieren.

Social Media hilft auch vielen Menschen dabei, überhaupt Interesse am Kochen oder an Ernährung zu entwickeln. Manche beginnen dadurch mehr selbst zu kochen, trinken mehr Wasser oder achten bewusster darauf, was sie essen. Gerade kurze Videos machen gesunde Rezepte oft einfacher und alltagstauglicher.

Die problematische Seite von Ernährungstrends

Trotzdem sollte man bei Ernährungstipps im Internet vorsichtig sein. Nicht alles, was gut aussieht oder viele Likes hat, ist automatisch gesund oder richtig. Viele Influencer*innen haben keine Ausbildung im Bereich Ernährung und teilen trotzdem ihre Meinung so, als wäre sie wissenschaftlich bewiesen. Oft geht es dabei weniger um Gesundheit als um ein bestimmtes Schönheitsideal.

Dazu kommt, dass viele Influencerinnen Geld mit ihren Empfehlungen verdienen. Proteinpulver, Detox-Tees oder bestimmte Diäten werden oft beworben, weil Kooperationen dahinterstecken. Dadurch ist schwer zu erkennen, ob ein Produkt wirklich sinnvoll ist oder einfach nur verkauft werden soll. Viele Menschen vertrauen solchen Empfehlungen trotzdem, weil Influencerinnen nahbar wirken und einen großen Einfluss auf ihre Community haben.

Wenn Schönheitsideale gefährlich werden

Vor allem Frauen wird auf Social Media oft vermittelt, dass sie möglichst schlank sein müssen. Teilweise geht das bis ins Extreme. Manche Influencer*innen zeigen sehr wenig Essen, verherrlichen Untergewicht oder geben Tipps, die eigentlich ungesund sind. Dadurch werden besonders junge Mädchen beeinflusst, die sich schnell mit solchen Körperbildern vergleichen. Das kann gefährlich werden und im schlimmsten Fall zu Essstörungen, Magersucht oder anderen gesundheitlichen Problemen führen.

Oft wird dabei vergessen, dass jeder Körper unterschiedlich ist. Was bei einer Person funktioniert, muss nicht automatisch gesund für jemand anderen sein. Viele vergleichen sich mit Menschen im Internet, ohne zu wissen, wie viel davon gefiltert, bearbeitet oder inszeniert ist.

Inspiration statt Irreführung

Deshalb liegt die Grenze zwischen Inspiration und Irreführung oft dort, wo gesunde Tipps zu unrealistischen Erwartungen werden. Social Media kann eine gute Möglichkeit sein, neue Rezepte oder Lebensmittel kennenzulernen. Aber man sollte nicht alles glauben, nur weil es professionell aussieht oder von vielen Menschen geteilt wird.

Influencer*innen können inspirieren, ersetzen aber keine echten Fachpersonen. Gerade bei Gesundheit und Ernährung ist es wichtig, Informationen kritisch zu hinterfragen und nicht jedem Trend blind zu folgen. Vielleicht legt die Person am Ende das Handy wieder weg und entscheidet sich gegen den Detox-Drink. Nicht, weil jeder Tipp auf Social Media schlecht ist, sondern weil sie verstanden hat, dass man nicht alles glauben sollte, was online gut aussieht. Am Ende sollte Gesundheit wichtiger sein als Trends oder perfekte Bilder im Internet.

Denise scrollt noch einmal zurück zu dem Video mit dem Detox-Drink. Für einen Moment überlegt sie, ob sie ihn wirklich bestellen soll. Dann legt sie ihr Handy zur Seite. Sie denkt daran, dass Gesundheit mehr bedeutet als schnelle Trends oder perfekte Bilder im Internet. Vielleicht probiert sie morgen lieber ein neues Rezept aus, das sie online gesehen hat, aber ohne dabei alles ungefragt zu glauben, was Influencer*innen erzählen.

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