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In den sozialen Medien ist Englisch überall. Ist das eine Gefahr für unsere Sprache?

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Volontärin · Deutsche Schule Sofia
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06.09.2026
3 Min.

MEIN SOFIA: In dieser Kolumne berichtet unsere Volontärin Kristin Atanassova wöchentlich aus ihrem Heimatland Bulgarien und dessen Hauptstadt Sofia. Kristin ist 17 Jahre alt und besucht die 11. Klasse der Deutschen Schule Sofia. Dieses Mal geht es um den Einfluss der englischen Sprache in de Sozialen Medien.

Englische Wörter wie „like“, „random“ oder „cringe“ gehören für viele Jugendliche in Bulgarien längst zum Alltag. (Foto: Kristin )

Der September ist da! Bei uns in Bulgarien hat das neue Schuljahr begonnen. Wir kennen es alle: früh aufstehen, im Unterricht aufmerksam bleiben, zu Hause lange Hausaufgaben machen und spät ins Bett gehen. Und dann das Ganze wieder von vorne. Da brauchen wir einfach eine Pause.

Social-Media-Einfluss auf unseren Alltag

Bei mir sieht das dann meistens so aus: Nach der Schule komme ich nach Hause, lege mich auf mein Bett und öffne Instagram. „Nur eine kurze Pause und dann schreibe ich den Aufsatz“, denke ich mir. Diese Pause findet für viele von uns auf Social Media statt.

Genau dort fällt mir etwas seit geraumer Zeit auf: Fast alles, was ich sehe, ist auf Englisch. Die Serie, die ich letzte Woche auf Netflix angefangen habe, ist auf Englisch. Die Musik, die ich auf dem Weg zur Schule höre, ebenfalls. Und plötzlich merke ich, wie selbstverständlich Englisch inzwischen zu meinem Alltag gehört.

Kein Wunder also, dass wir immer häufiger englische Wörter und ganze Ausdrücke in unsere Alltagssprache einbauen, ohne es überhaupt zu merken. Ist das wirklich eine Abwechslung, oder ist es längst unser Alltag?

Wie sollen wir zugleich „modern“ und Bulgarisch bleiben?

Wir kommen aus einem kleinen Land mit vergleichsweise wenig internationalem Einfluss auf Social Media. Natürlich gibt es viele bulgarische Influencer und Content Creator, die wir gerne schauen. Doch ist die Influencer-Szene bei uns in Bulgarien überhaupt mit der in englischsprachigen Ländern wie den USA vergleichbar? Leider nicht. Daher ist es verständlich, dass wir, die Jugend Bulgariens, oft dazu neigen, ausländischen Internet-Berühmtheiten mehr Aufmerksamkeit zu schenken als einheimischen.

Das zeigt sich auch an unserer Sprache. Wörter wie „like“ und „random“ sind längst kein Zufall mehr, sondern eine Gewohnheit. Uns fällt es nicht einmal auf, dass wir sie so oft benutzen. Wenn ich mit Freunden rede, verwende ich selbst viele solcher Wörter, die durch Social Media zu einem Teil unserer Alltagssprache geworden sind.

Warum benutzen wir sie überhaupt?

Manchmal gibt es für ein englisches Wort sogar ein bulgarisches. Trotzdem greifen wir meist automatisch zum Englischen. Vielleicht, weil wir diese Wörter jeden Tag hören. Vielleicht auch, weil sie in bestimmten Situationen moderner oder einfach cooler klingen. Auf TikTok oder beim Chatten mit Freunden gehört Englisch für viele von uns inzwischen einfach dazu.

Das muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Sprachen haben sich schon immer verändert und neue Wörter aufgenommen. Außerdem helfen soziale Medien vielen meiner Mitschüler und auch mir selbst dabei, unseren englischen Wortschatz und unser Sprachverständnis zu erweitern.

Problematisch wird es eher dann, wenn wir bulgarische Wörter irgendwann gar nicht mehr benutzen, obwohl sie eigentlich genau das ausdrücken, was wir sagen wollen.

Mein Vorschlag

Alle Fremdwörter aus unserer Sprache komplett rauszuwerfen, wird sowieso nicht funktionieren. Das ist aber auch gar nicht nötig. Denn nicht alle Fremdwörter können durch bulgarische Wörter ersetzt werden. Das ist auch logisch: Gerade Begriffe aus dem Bereich der Technik lassen sich nicht immer einfach ersetzen, wenn es dafür keine passenden bulgarischen Begriffe gibt.

Ich halte es jedoch für notwendig, dass wir Jugendlichen bewusster mit manchen dieser Wörter umgehen. Denn „cringe“ und „like“ höre ich in letzter Zeit in der Schule immer öfter.

Außerdem kann ich nicht behaupten, dass Fremdwörter grundsätzlich schaden. Das tun sie nicht. Aber müssen wir wirklich so viele neue Wörter in die bulgarische Sprache aufnehmen, die seit mehr als tausend Jahren existiert, nur weil sie plötzlich cool sind und jeder sie benutzt?


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