Nach der Matura war ich natürlich erleichtert. Trotzdem hatte ich in den ersten Tagen das Gefühl, dass ich eigentlich noch etwas erledigen müsste. Über Monate hinweg war mein Alltag von Schule, Lernen und Prüfungen bestimmt. Als das plötzlich weg war, fühlte sich die freie Zeit zuerst sogar ungewohnt an. Erst nach einigen Tagen in Lignano habe ich gemerkt, dass der Druck langsam verschwindet und ich wirklich anfangen kann, zu entspannen.
Während meines Aufenthalts in Italien ist mir dann noch etwas aufgefallen. Die Menschen wirken dort oft viel entspannter. Viele sitzen länger beim Essen, gehen am Abend spazieren oder setzen sich einfach irgendwo hin, ohne ständig auf die Uhr zu schauen. Mir ist dabei bewusst geworden, wie selten ich mir im Alltag zu Hause einfach Zeit nehme, ohne das Gefühl zu haben, dass ich eigentlich noch etwas machen sollte.
Vielleicht hängt damit auch meine nächste Beobachtung zusammen. Wochenlang freut man sich auf den Urlaub. Ich habe die Tage bis zur Abreise gezählt und mir vorgestellt, was ich alles machen werde. Doch kaum war ich angekommen, verging die Zeit gefühlt doppelt so schnell. Auch jetzt habe ich das Gefühl, dass die Tage viel schneller vorbeigehen, als ich erwartet hätte. Vielleicht liegt es daran, dass schöne Momente einfach anders wahrgenommen werden.
Nimmt man sich nicht jedes Mal das Gleiche vor?
Am Ende eines Urlaubs denke ich mir fast immer, dass ich manche Dinge zu Hause anders machen möchte. Weniger Stress, mehr Zeit draußen verbringen und einfach öfter abschalten. Trotzdem kehrt nach einigen Wochen meistens wieder der normale Alltag zurück. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Beobachtung: Nicht der Urlaub verändert uns, sondern er zeigt uns nur, wie wir eigentlich gerne leben würden.
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