Ich würde gerne einmal ausgeschlafen in die Schule kommen

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Volontärin · HAK HAS Wörgl
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26.08.2026
3 Min.

7:20 Uhr. Es ist noch dunkel draußen. Der Unterricht beginnt gleich und ich sitze im Klassenzimmer. Körperlich bin ich da, mein Kopf braucht allerdings noch ein paar Minuten. Ich glaube nicht, dass das daran liegt, dass Jugendliche grundsätzlich keine Lust auf Schule haben. Vielleicht liegt es manchmal einfach daran, dass wir zu einer Uhrzeit funktionieren sollen, zu der unser Körper noch auf Schlaf eingestellt ist.

Anwesend: ja. Wach: darüber lässt sich diskutieren. (Foto: Paula Hornbacher )

Ich würde mir wünschen, dass die Schule später beginnt. Weil Schlaf für Jugendliche tatsächlich eine ziemlich wichtige Sache ist.

Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sollten ungefähr acht bis zehn Stunden pro Nacht schlafen. Gleichzeitig verschiebt sich während der Pubertät der natürliche Schlafrhythmus nach hinten. Viele Jugendliche werden abends später müde, müssen aber morgens trotzdem früh aufstehen. Genau diese Kombination macht es schwierig, genug Schlaf zu bekommen. (CDC Deutschland)

Wenn ich um sechs Uhr aufstehen muss, kann ich mir nicht einfach vornehmen, um neun Uhr abends einzuschlafen. Mein Körper hält sich leider nicht an meinen Stundenplan.

Eine halbe Stunde ändert manches


Dabei müsste man die Schule gar nicht plötzlich erst um zehn Uhr beginnen lassen. Schon eine Verschiebung um 30 Minuten kann einen Unterschied machen.

Eine Studie mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 bis 12 untersuchte genau das. Die Schule begann statt um 8 Uhr erst um 8:30 Uhr. Die Jugendlichen schliefen an Schultagen durchschnittlich 45 Minuten länger. Gleichzeitig gingen Müdigkeit und Erschöpfung zurück und die Schülerinnen und Schüler berichteten von einer besseren Motivation. (PubMed)

Auch eine große Auswertung von 28 Studien mit mehr als 1,7 Millionen Jugendlichen kam zu dem Ergebnis, dass spätere Schulbeginnzeiten mit mehr Schlaf, weniger Müdigkeit und besseren allgemeinen Entwicklungsbedingungen zusammenhängen. (PubMed)

Bessere Konzentration


Für mich wäre eine spätere erste Stunde deshalb nicht einfach eine zusätzliche halbe Stunde Freizeit. Ich würde sie eher als Zeit betrachten, die mein Gehirn morgens braucht.

Was bringt es, wenn ich um 7:30 Uhr im Unterricht sitze, aber die ersten zwanzig Minuten damit verbringe, überhaupt wach zu werden? Ein späterer Schulbeginn könnte bedeuten, dass wir nicht unbedingt weniger lernen, sondern einen größeren Teil davon tatsächlich mitbekommen.

Die American Academy of Pediatrics empfiehlt für Mittel und Oberstufen deshalb bereits seit 2014 einen Schulbeginn von frühestens 8:30 Uhr. Auch die CDC verweist auf die positiven Auswirkungen späterer Schulzeiten auf Schlaf und schulische Leistungsfähigkeit. (CDC Deutschland)


Nicht länge, sondern besser schlafen.

Natürlich würde ein späterer Schulbeginn nicht plötzlich jedes Schlafproblem lösen. Auch Handys, Hausaufgaben, Training und zu spätes Zubettgehen spielen eine Rolle. Trotzdem finde ich es seltsam, dass wir Jugendlichen ständig erklären, wie wichtig Schlaf für Gesundheit und Konzentration ist, während der Stundenplan gleichzeitig dafür sorgt, dass wir ihn unter der Woche oft zu kurz bekommen.

Um mehrere Meinung zu sammeln habe ich eine Mitschülerin gefragt: Lina ( 16 Jahre): ,, Puh, bin ich froh, dass gerade Sommerferien sind und ich nicht jeden Tag um 5:30 auftreten muss. Ich kann es kaum aushalten in der Klasse, vor allem wenn alle gähnen. Wie soll man denn da noch motiviert am Unterricht teilnehmen?‘‘

Ich wünsche mir deshalb keine Schule, die uns einfach mehr Zeit im Bett schenkt. Ich wünsche mir eine Schule, die berücksichtigt, wann wir überhaupt in der Lage sind, richtig wach zu sein und zu lernen.

Vielleicht würde ich dann morgens nicht mehr auf meinen Wecker schauen und denken: Das kann jetzt unmöglich schon die erste Stunde sein.






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