Ich wünsche mir ein Mittel gegen ungerechte Lehrer

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23.01.2026
2 Min.

Ich sitze in der Schule und öffne meine zurückgegebene Schularbeit. Ich habe lange gelernt, mir Hilfe geholt und mich vorbereitet, und trotzdem fällt die Note schlechter aus als erwartet. Ich will, dass meine Mühe zählt, und merke, wie wichtig Unterstützung ist.

Ich hasse ungerechte Benotungen. (Foto: pixabay/Mzaya_Blan)

Neulich in der Schule saß ich im Klassenzimmer und hatte das Gefühl, etwas laufe grundlegend falsch. Wir bekamen eine Schularbeit zurück, auf die ich mich lange vorbereitet hatte. Ich hatte viel gelernt, mir extra Hilfe geholt und war nach der Prüfung eigentlich zufrieden. Umso größer war der Schock, als ich eine deutlich schlechtere Note bekam als erwartet. Noch verwirrender war, dass Mitschüler*innen mit sehr ähnlichen Antworten besser bewertet wurden.

Zuerst dachte ich, ich hätte mich einfach geirrt. Vielleicht hatte ich etwas übersehen, vielleicht war ich nicht objektiv genug. Doch als ich meine Arbeit genauer ansah und sie mit anderen verglich, wuchs das Gefühl von Ungerechtigkeit. Auf meine Nachfrage bekam ich nur eine knappe Antwort: Die Bewertung sei „Ermessenssache“. Eine echte Erklärung gab es nicht.

In diesem Moment fühlte ich mich hilflos und nicht ernst genommen. Es ging nicht nur um die Note, sondern darum, dass meine Mühe offenbar keinen Wert hatte. Ich hatte das Gefühl, keine Stimme zu haben und dass meine Sicht der Dinge egal ist. Besonders unfair erschien mir, dass es keine klare Möglichkeit gab, die Situation zu klären, ohne gleich als schwierig oder respektlos zu gelten.

Im Nachhinein beschäftigt mich vor allem die Frage, wie oft solche Situationen passieren – nicht nur in der Schule, sondern auch später im Berufsleben oder Alltag. Ungerechtigkeit ist oft leise und kaum sichtbar. Sie zeigt sich in kleinen Entscheidungen, in Machtverhältnissen und darin, wer gehört wird und wer nicht.

Ich hätte mir damals gewünscht, Unterstützung zu bekommen. Jemanden, der erklärt, welche Rechte ich habe und wie ich sachlich und selbstbewusst reagieren kann. Vielleicht auch eine neutrale Person, die vermittelt und hilft, die Situation fair zu klären. Oft weiß man gar nicht, wann es sinnvoll wäre, sich Hilfe zu holen – oder dass es diese Hilfe überhaupt gibt.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Ungerechtigkeit ernst zu nehmen, auch wenn sie klein erscheint. Das Gefühl, unfair behandelt zu werden, bleibt sonst hängen und prägt, wie sicher man sich fühlt, für sich selbst einzustehen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, dass man nicht alleine ist und dass Unterstützung möglich ist, bevor aus einem ungerechten Gefühl ein dauerhafter Frust wird.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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