Ich stand vor kurzem an einer Bushaltestelle. Es war kalt, der Bus kam zu spät und alle starrten auf ihre Handys. Neben mir murmelte jemand genervt vor sich hin, „typisch.“ In diesem Moment kam mir ein Gedanke: Eigentlich ist das ein gutes Bild für vieles im Leben. Wir warten, wir akzeptieren, wir regen uns kurz auf und dann vergessen wir alles wieder, und es geht weiter wie bisher.
"Das war schon immer so"
Ich frage mich oft, warum es so viele Regeln gibt, bei denen wir kaum ein Mitspracherecht haben. Egal, ob in der Schule oder später in der Arbeit, wir hören ständig den Satz: „Das war schon immer so.“ Und das sollen wir dann einfach hinnehmen. Doch warum fehlen uns an vielen Stellen die Rechte, unser eigenes Leben wirklich so zu gestalten, wie wir es uns vorstellen?
Ein Recht, das ich mir wünsche, ist mehr Mitbestimmung. Nicht nur alle paar Jahre ein Kreuz zu machen und danach zuzusehen, was passiert. Es wäre wichtig, dass junge Menschen mehr gehört werden und auch echte Chancen bekommen, etwas zu verändern. Schließlich sind wir diejenigen, die diese Welt in Zukunft prägen sollen, aber Möglichkeiten dafür gibt es bisher kaum.
Außerdem wünsche ich mir das Recht, Fehler machen zu dürfen, ohne sofort als Idiot oder Nichtsnutz abgestempelt zu werden. Viele von uns trauen sich nicht, große Entscheidungen zu treffen, weil die Angst vor dem Scheitern und vor gesellschaftlichem Druck zu groß ist. Dabei wäre es so wichtig, uns gegenseitig zu unterstützen, statt einander runterzumachen.
Oft zweifeln vor allem Eltern oder Lehrer an uns, wenn wir mal etwas Blödes sagen oder ausprobieren. Dabei gehört genau das zum Erwachsenwerden dazu. Wir lernen, entwickeln uns weiter, wachsen über uns hinaus und finden unseren eigenen Weg, auch wenn wir Fehler machen.
Wenn es echte Mitbestimmung und mehr Raum zum Menschsein gäbe, könnte sich vieles verändern. Wir würden uns gehört und ernst genommen fühlen. Es wäre kein ständiges Warten und Zuschauen mehr, sondern aktives Handeln. Genau das würde der Jugend mehr Spielraum für die eigene Zukunft geben.
Kommentare