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Ich wollte nur kurz scrollen.. und dann waren plötzlich Stunden vergangen

Ich gehe oft nur kurz auf TikTok oder Instagram, verliere dabei aber schnell viel Zeit. Durch endloses Scrollen (Doomscrolling) fällt es mir schwer, aufzuhören. Am Ende fühle ich mich eher müde als entspannt und merke, dass mir Social Media meine freie Zeit raubt.

 

Fällt euch das Aufhören auch so schwer wie mir? (Foto: shutterstock)

Ich liege auf meinem Bett, halte das Handy in der Hand und möchte eigentlich nur kurz etwas auf TikTok anschauen. Ich denke mir: nur ein Video, danach lege ich das Handy weg. Doch plötzlich ist es viel später, als ich geplant hatte, und ich habe das Gefühl, dass die Zeit einfach verschwunden ist.

Oft passiert das Scrollen fast nebenbei. Ich sitze noch am Schreibtisch oder liege schon im Bett und denke mir, ein paar Minuten können nicht schaden. Doch daraus wird schnell mehr: Ich gehe nur kurz auf die App, um ein bisschen zu scrollen, und plötzlich ist eine Stunde vergangen, ohne dass ich es richtig bemerke.

Warum das Scrollen so fesselt

Vielen geht es so wie mir. Die Plattformen sind so gestaltet, dass die Videos sofort weiter zum nächsten führen. Sie sind lustig, spannend oder genau auf meine Interessen abgestimmt. Dadurch entsteht das Gefühl, dass immer noch etwas Passendes kommt – und genau das macht es schwer aufzuhören. Ich glaube, das nennt sich auch Doomscrolling.

Am Anfang fühlt es sich nicht schlimm an. Es wirkt eher wie eine Pause oder Entspannung. Ich liege da, muss nichts denken und kann einfach konsumieren. Ich bin kurz weg von allem, was anstrengend ist. Genau das macht es so trügerisch.

Die Folgen des langen Scrollens

Danach fühle ich mich oft komisch, eher müde oder leer, obwohl ich eigentlich „Pause“ gemacht habe. Es ist keine echte Erholung, sondern eher das Gefühl, dass mein Kopf die ganze Zeit beschäftigt war, ohne dass ich es bewusst gemerkt habe.

Und die Zeit ist einfach weg. Wenn ich zurückdenke, kann ich oft nicht sagen, was ich eigentlich gesehen habe. Alles verschwimmt zu einer einzigen Masse aus kurzen Videos.

In dieser Zeit hätte ich viele andere Dinge machen können: rausgehen, mit Freunden schreiben, Musik hören oder einfach bewusst nichts tun. Stattdessen habe ich die ganze Zeit auf das Handy geschaut. Genau das ärgert mich manchmal im Nachhinein, weil ich weiß, dass ich die Zeit eigentlich anders nutzen wollte.

Die Gewohnheit und der Reflex

Ich merke auch, dass sich das zu einer Gewohnheit entwickelt. Wenn Langeweile aufkommt, greife ich automatisch zum Handy, ohne wirklich nachzudenken. Es ist fast ein Reflex geworden. Manchmal habe ich das Handy schon in der Hand, bevor ich überhaupt bewusst entschieden habe, es zu nehmen.

Aufzuhören fällt schwerer, als ich es vorher denke. Ich sage mir zwar: „Okay, jetzt lege ich es weg“, aber dann kommt noch ein Video und noch eins – und ich bleibe wieder hängen. Es fühlt sich manchmal so an, als würde ich mich selbst austricksen.

Die Angst, etwas zu verpassen

Ich glaube, ein Grund dafür ist auch die Angst, etwas zu verpassen. Vielleicht kommt ja noch etwas Lustiges oder Interessantes. Dieses Gefühl, dass gleich noch etwas Besseres kommen könnte, hält mich am Bildschirm fest.

Doch meistens bekomme ich einfach nur mehr vom Gleichen. Und wenn ich ehrlich bin, ist selten etwas dabei, das wirklich wichtig ist.

Ich finde nicht, dass Handys oder soziale Medien grundsätzlich schlecht sind. Sie können auch Spaß machen oder interessante Inhalte liefern. Manchmal entdecke ich etwas Neues oder fühle mich kurz besser.

Bewusster Umgang mit sozialen Medien

Trotzdem lohnt es sich, mehr darauf zu achten, wie lange ich wirklich darauf bin. Vielleicht hilft es, mir vorher bewusst eine Zeit zu setzen oder kleine Pausen einzubauen.

Denn am Ende merke ich oft: Ich wollte nur kurz scrollen und habe dabei viel mehr Zeit verloren als geplant. Und genau dieser Moment, wenn ich auf die Uhr schaue und sehe, wie viel Zeit vergangen ist, überrascht mich jedes Mal wieder – und ärgert mich ein bisschen.


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