„Ich war nervöser als gedacht“: Die Matura trifft auch die Gelassenen

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Volontärin · BRG Kufstein
06.05.2026
2 Min.

Meine Freundin gehörte nie zu denen, die ständig gelernt haben. Doch kurz vor der Matura änderte sich plötzlich alles: Aus Gelassenheit wurde Nervosität, aus Aufschieben ernsthafte Vorbereitung. Ein persönlicher Einblick darüber, wie sehr die Matura Menschen verändern kann.

Meine Freundin und die Matura. Einfach ist's nicht, aber sie packt das! (Foto: Mathilda / privat)

Ich kenne sie gut. Und ich weiß, dass Lernen nie wirklich ihr Ding war. Nicht weil sie es nicht konnte, sondern weil es irgendwie immer auch ohne ging. Umso neugieriger war ich, als ich sie fragte, wie die Matura für sie wirklich war. Die Antwort hat mich ehrlich gesagt überrascht.

Zwei Monate, die alles verändert haben

Etwa zwei Monate vor der Matura hat sie angefangen. Wirklich angefangen. Nicht so ein halbherziges Drüberschauen, sondern echtes Lernen. Vor allem Mathematik hat ihr viel abverlangt. Täglich hat sie sich hingesetzt, Aufgaben gerechnet, Dinge wiederholt, die sie jahrelang verdrängt hatte. Auch Chemie und Geographie haben einiges an Zeit gefressen. Sie hatte keinen perfekten Plan, aber sie hatte einen klaren Fokus.

Aufgeregt, mehr als gedacht

Was mich am meisten überrascht hat: Sie war aufgeregt. Mehr als sie selbst erwartet hatte. Jemand, den ich immer als ziemlich gelassen kannte, hat mir erzählt, dass die Nervosität doch größer war als gedacht. Die Matura hat etwas in ihr ausgelöst, das sie so nicht kannte. Einen echten Druck, der sich nicht einfach wegdenken ließ.

Ihren Schlaf hat das allerdings kaum beeinflusst. Während viele ihrer Mitschülerinnen nachts wach lagen, hat sie geschlafen wie immer. Vielleicht war das ihr größtes Talent in dieser Zeit.

Mathe, das große Monster

Mathematik war das Fach, das ihr am meisten zu schaffen gemacht hat. Und gleichzeitig das, in das sie am meisten Energie gesteckt hat. Am Ende hat sie die Mathematikmatura mit einer Zwei abgeschlossen. Für jemanden, der vorher kaum gelernt hat, ist das mehr als beachtlich. Es zeigt, was möglich ist, wenn man wirklich will.

In zwei Jahren sitze ich selbst dort

Während ich sie beobachtet habe, wie sie lernte, aufgeregt war und am Ende stolz ihre Matura in den Händen hielt, habe ich einen Gedanken nicht losgelassen: In zwei Jahren bin ich dran.

Es ist eine seltsame Mischung. Einerseits Vorfreude, auf den Abschluss, auf das Gefühl, etwas wirklich Großes geschafft zu haben. Andererseits eine leise Nervosität, die schon jetzt da ist, obwohl noch so viel Zeit bleibt. Ich kenne das Gefühl von ihr, diese Aufregung, die größer war als erwartet. Und ich weiß, dass es mir wohl ähnlich gehen wird.

Was ich daraus mitnehme

Sie hat mir gezeigt, dass die Matura einen verändert, auch wenn man nicht damit rechnet. Dass Aufregung nichts Schlechtes ist, sondern zeigt, dass einem etwas wichtig ist. Und dass es nie zu spät ist anzufangen, solange man es wirklich ernst meint.

An alle, die nächstes Jahr dran sind: Wartet nicht zu lang. Nicht weil Panik hilft, sondern weil man sich selbst einen Gefallen tut, wenn man vorbereitet in diese Prüfung geht. Sie hat es bewiesen. Und in zwei Jahren werde ich es selbst beweisen.


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