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Ich möchte Fußballprofi werden und gebe dafür alles

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Volontär · BRG Oeverseegasse
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26.08.2026
8 Min.

Stammplatz verloren, schlechte Spiele, Kritik vom Trainer: Auch im Jugendfußball kann der Druck groß werden. Trotzdem will ich Profi werden. Was mich antreibt, warum ich nach Rückschlägen weitermache und warum ich dabei den Spaß am Fußball nicht verlieren will.

Wie der Fußball Ernst wird (Foto: Jahed Fotos)

Als Kind brauchte ich nicht viel, um Fußball zu spielen. Ein Ball reichte. Wenn gerade keiner da war, wurde manchmal auch ein Stein zum Ball. Ich erinnere mich noch daran, wie ich draußen unterwegs war und mein Fuß fast automatisch alles wegkickte, was auf dem Boden lag. Fußball war damals einfach da. Ich dachte nicht über Stammplätze, Leistungsdruck oder meine Zukunft nach. Ich wollte spielen.

Heute ist der Ball noch derselbe. Aber Fußball fühlt sich manchmal anders an.

Ein schlechter Pass bleibt nicht immer nur ein schlechter Pass. Nach einem schlechten Training kann die Frage im Kopf bleiben, ob ich beim nächsten Spiel von Beginn an spiele. Nach einer Niederlage denke ich darüber nach, was ich hätte besser machen können. Und ich habe bei anderen Spielern erlebt, dass genau solche Momente dazu führen können, dass sie irgendwann den Spaß verlieren.

Ich habe Spieler gesehen, die aufgehört, ihren Stammplatz verloren oder nach schlechten Leistungen immer weniger Selbstvertrauen hatten. Andere sind nach Rückschlägen stärker zurückgekommen. Deshalb glaube ich, dass die Frage, warum Jugendliche mit Sport aufhören, keine einfache Antwort hat.

Ein Spieler, der vom Stammspieler zur Bank kam

Ich erinnere mich an einen Spieler aus meinem Umfeld, der lange zu den stärksten Spielern seiner Mannschaft gehörte. Er war technisch gut und spielte regelmäßig von Beginn an. Von außen sah es so aus, als könne ihn kaum etwas aus der Mannschaft bringen.

Nach den Sommerferien änderte sich das.

Während andere Spieler körperlich und sportlich Fortschritte gemacht hatten, wirkte er weniger fit als vorher. Zuerst spielte er noch, dann wurde er immer häufiger ausgewechselt oder saß auf der Bank.

Ich hatte das Gefühl, dass ihn diese Situation besonders hart traf, weil er vorher sehr überzeugt von sich gewesen war. Er hatte oft gedacht, dass er besser als die anderen sei. Doch Fußball verändert sich schnell. Während er stehen blieb, entwickelten sich andere weiter.

Aus dem Stammspieler wurde ein Bankspieler. Irgendwann war er nicht mehr Teil der Mannschaft.

Diese Geschichte ist mir im Kopf geblieben. Nicht, weil ein Spieler plötzlich schlecht geworden wäre, sondern weil sie zeigt, wie schnell sich die Rollen im Jugendfußball verändern können. Talent kann einen weit bringen. Aber es schützt nicht davor, überholt zu werden.

Die gleiche Bank, zwei völlig unterschiedliche Reaktionen

Ein anderer Spieler aus meinem Umfeld verlor ebenfalls seinen Stammplatz. Auch für ihn war es wahrscheinlich nicht leicht, plötzlich nicht mehr von Beginn an zu spielen.

Doch er reagierte anders.

Statt sich zurückzuziehen, nutzte er die Sommerferien zum Training. Als die neue Saison begann, war er stärker als zuvor. Er hatte an sich gearbeitet und sich wieder in die Mannschaft zurückgekämpft.

Diese beiden Geschichten haben mich beschäftigt.

Beide Spieler verloren ihren Stammplatz. Beide mussten akzeptieren, dass andere plötzlich vor ihnen standen. Aber ihre Reaktionen waren völlig verschieden.

Der eine ließ nach.

Der andere begann erst richtig zu arbeiten.

Genau dort kann Druck in zwei Richtungen gehen. Für einige wird er zu viel. Andere nehmen ihn als Antrieb.

Als gegen meine frühere Mannschaft plötzlich nichts mehr funktionierte

Ich weiß selbst, wie es sich anfühlt, wenn auf dem Platz plötzlich fast nichts gelingt.

In einem Spiel gegen meine frühere Mannschaft ging bei mir am Anfang fast jeder Ballkontakt schief. Der erste Ball sprang weg. Ein Pass kam nicht richtig an. Bei der nächsten Aktion wollte ich es besser machen – und machte wieder einen Fehler.

Je mehr Fehler passierten, desto mehr dachte ich darüber nach.

Irgendwann konzentrierte ich mich nicht mehr darauf, Fußball zu spielen. Ich konzentrierte mich darauf, keinen weiteren Fehler zu machen.

Genau dann wird es schwierig.

Nach einer Weile bekam ich einen einfachen Rat: Ich sollte nicht versuchen, sofort etwas Besonderes zu machen. Erst den Ball sauber kontrollieren. Einen einfachen Pass spielen. Wieder ein Gefühl für den Ball bekommen.

Also fing ich klein an.

Ein einfacher Pass. Eine sichere Ballannahme. Ein gewonnener Zweikampf.

Nach und nach kam mein Selbstvertrauen zurück.

Diese Situation hat mir gezeigt, dass Druck manchmal im eigenen Kopf entsteht. Nicht jeder Fehler muss sofort etwas Großes bedeuten. Aber wenn ich anfange, jeden Fehler zu fürchten, wird Fußball plötzlich viel schwieriger.

Kritik bleibt nicht bei jedem gleich lange im Kopf

Ich finde, dass Kritik zum Fußball dazugehört. Ein Trainer muss mir sagen können, wenn etwas nicht gut war. Wenn ich einen Fehler mache, hilft es mir nicht, wenn jemand so tut, als wäre alles perfekt.

Ich nehme Kritik meistens ernst.

Wenn ich merke, dass meine Leistung nicht gereicht hat, motiviert mich das oft, am nächsten Tag noch stärker zu trainieren. Ich denke dann darüber nach, was ich verbessern kann.

Aber ich habe auch gesehen, dass andere Spieler ganz anders reagieren.

Ein Satz vom Trainer kann für einen Spieler Motivation sein. Für einen anderen kann derselbe Satz den ganzen Tag im Kopf bleiben. Während der eine am nächsten Morgen wieder auf dem Platz steht und noch härter arbeitet, denkt der andere vielleicht immer wieder: „Vielleicht bin ich wirklich nicht gut genug.“

Deshalb glaube ich, dass Kritik wichtig ist, aber Erwachsene im Sport wissen müssen, wie unterschiedlich Jugendliche damit umgehen.

Was Fußball für mich wichtiger macht als ein Treffen mit Freunden

Wenn ich sage, dass ich Fußball ernst nehme, meine ich nicht nur, dass ich gerne trainiere.

Ich habe Freunde schon öfter nicht getroffen, weil ich Training hatte. Es kam vor, dass ich gefragt wurde, ob ich mitkommen möchte, und ich absagen musste, weil mein Training bereits feststand.

Ich habe mich dann für Fußball entschieden.

Das bedeutet nicht, dass mir meine Freunde egal sind. Aber ich möchte Profi werden. Deshalb hat Training in meinem Alltag einen festen Platz.

Natürlich treffe ich meine Freunde trotzdem. Manchmal sehen wir uns am Fußballplatz. Aber wenn ich die Wahl zwischen einem Treffen und einem wichtigen Training habe, nehme ich das Training.

Für mich ist das ein Teil davon, Fußball ernst zu nehmen.

Ich weiß nicht, ob dieser Weg am Ende dazu führt, dass ich Profi werde. Niemand kann mir das garantieren. Aber ich möchte später nicht sagen müssen, dass ich mein Ziel nicht ernst genug genommen habe.

Als ein Spieler plötzlich lieber Volleyball spielte

Nicht jeder verliert die Motivation für immer.

Ich kenne einen Spieler, der Fußball eine Zeit lang nicht mehr besonders ernst nahm. Er interessierte sich stärker für Volleyball und beschäftigte sich weniger mit Fußball. Seine Leistungen wurden schlechter.

Doch irgendwann veränderte sich wieder etwas.

Er fand die Freude am Fußball zurück.

Später spielte er wieder besser und kämpfte sich wieder in die Mannschaft. Als ich ihn fragte, warum er Fußball plötzlich wieder ernster nehme, sagte er, dass er seinen Spaß daran wiedergefunden habe.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Motivation nicht immer einfach verschwindet.

Sie kann verloren gehen.

Und sie kann zurückkommen.

Ein Gegentor in der letzten Minute

Niederlagen können ebenfalls etwas mit einem Spieler machen.

Ich erinnere mich an ein Spiel, das bis kurz vor Schluss offen war. Dann kam ein langer Ball. Wir passten in diesem Moment nicht gut genug auf. Der gegnerische Stürmer bekam den Ball, setzte sich durch und lief auf das Tor zu.

Ich kam zu spät.

Der Ball ging ins Tor.

In solchen Momenten ist es leicht, sofort einen Schuldigen zu suchen. Ich hätte schneller sein können. Vielleicht hätte ein anderer Spieler besser verteidigen können. Vielleicht hätten wir die Situation schon vorher verhindern müssen.

Aber Fußball besteht nicht aus einem einzigen Moment.

Wir hatten vorher genug Möglichkeiten gehabt, es besser zu machen. Deshalb denke ich nicht, dass eine Mannschaft wegen eines einzelnen Spielers verliert.

Natürlich bleibt so ein Moment trotzdem im Kopf.

Aber ich versuche, aus Niederlagen etwas mitzunehmen, anstatt nach einem Spiel an allem zu zweifeln. Irgendjemand verliert im Fußball immer. Entscheidend ist für mich, was danach passiert.

Warum ich selbst noch nicht aufgehört habe

Ich kann mir im Moment kaum vorstellen, einen Monat ohne Fußball zu sein.

Das merke ich bis heute an Kleinigkeiten. Wenn ich draußen einen Stein auf dem Boden sehe, möchte mein Fuß ihn manchmal automatisch wegkicken. Es klingt vielleicht komisch, aber mein Fuß ist so sehr an Fußball gewöhnt, dass er manchmal gar nicht stillhalten will.

Fußball gehört für mich zu meinem Alltag.

Der wichtigste Grund, warum ich weitermache, ist aber mein Ziel.

Ich möchte Profi werden.

Ich möchte auf einem hohen Niveau spielen, große Spiele erleben und Titel gewinnen. Natürlich weiß ich, dass ein Traum allein nicht reicht. Ich weiß auch, dass nicht jeder, der hart trainiert, am Ende Profi wird.

Trotzdem möchte ich es versuchen.

Und selbst wenn ich später nicht ganz oben spiele, kann ich mir vorstellen, weiter Fußball zu spielen. Ganz ohne Fußball kann ich mir mein Leben im Moment nicht vorstellen.

Warum ein Sieg für mich nicht alles entscheidet

Natürlich möchte ich gewinnen.

Aber ein Sieg bedeutet nicht automatisch, dass ich gut gespielt habe. Und eine Niederlage bedeutet nicht automatisch, dass ich schlecht war.

Ich finde es wichtiger, mich weiterzuentwickeln.

Wenn ich ein gutes Spiel mache, etwas dazulerne und merke, dass ich besser werde, kann ich aus einer Niederlage trotzdem etwas Positives mitnehmen. Ein Ergebnis verschwindet irgendwann aus der Tabelle. Die Entwicklung eines Spielers bleibt.

Deshalb frage ich mich nach einem Spiel nicht nur, ob wir gewonnen haben.

Ich frage mich auch: Was habe ich heute besser gemacht? Wo habe ich Fehler gemacht? Was kann ich im nächsten Training verbessern?

Druck, Disziplin und Spaß

Nach meinen Erfahrungen gehören Druck, Disziplin und Spaß im Jugendfußball zusammen.

Ohne Disziplin wird es schwer, sich weiterzuentwickeln. Es gibt Trainingstage, auf die ich keine Lust habe. Es gibt Übungen, die anstrengend sind. Es gibt Momente, in denen ich lieber etwas anderes machen würde.

Aber ich gehe trotzdem.

Gleichzeitig darf der Fußball nicht nur aus Druck bestehen.

Wenn ich mich bei jedem Training nur frage, ob ich gut genug bin, geht irgendwann etwas verloren. Fußball ist für mich schließlich der Sport, bei dem ich als Kind jeden Stein wegkicken wollte.

Vielleicht liegt genau darin das Schwierige.

Ich muss lernen, den Fußball ernst zu nehmen, ohne zu vergessen, warum ich überhaupt angefangen habe.

Warum manche bleiben und andere gehen

Ich glaube nicht, dass es einen einzigen Grund gibt, warum Jugendliche mit Sport aufhören.

Ein Spieler verliert den Stammplatz und findet nicht mehr zurück. Ein anderer kämpft sich zurück und wird stärker. Einer verliert den Spaß und entdeckt später wieder, warum er einmal angefangen hat. Ein anderer merkt, dass der Druck zu groß geworden ist.

Vielleicht entscheidet nicht nur Talent darüber, wer bleibt.

Vielleicht entscheidet auch, wie jemand auf die Momente reagiert, in denen es plötzlich nicht mehr läuft.

Ich habe selbst schlechte Spiele erlebt. Ich habe Fehler gemacht. Ich habe Niederlagen erlebt. Und ich weiß, dass noch viele schwierige Momente kommen werden.

Aber im Moment ist Aufgeben für mich keine Antwort.

Nach einem schlechten Tag ziehe ich meine Fußballschuhe wieder an.

Und versuche es noch einmal.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

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