campus a college: Wie viele Wecker stellst du dir und wie schaffst du es, trotzdem immer gut gelaunt zu sein?
Gabi Hiller: Ich habe drei Wecker am Handy eingestellt, 3.30 Uhr, 3.35 Uhr und 3.40 Uhr. Dann habe ich noch so einen alten Batteriewecker, der geht um 3.45 Uhr los. Mir ist schon mal das Handy ausgefallen und ich habe verschlafen.
campus a college: Wie bereitest du dich auf die Sendung vor?
Gabi Hiller: Meistens am Vorabend. Ich lese alle Zeitungen, schaue mir die Online-Medien an, scrolle durch Social Media und telefoniere mit dem Wecker-Team. Die Sendung ist grundsätzlich schon gut vorbereitet. Etwa zwei Drittel stehen fix und das letzte Drittel entsteht spontan in der Früh. Gegen 20 Uhr gehe ich dann schlafen. Aber man muss eigentlich den ganzen Tag, oder zumindest den ganzen Nachmittag, up to date bleiben, damit man Bescheid weiß, wenn irgendwo etwas passiert.

campus a college: Hast du Tricks gegen Lampenfieber?
Gabi Hiller: Vielleicht ein banaler Tipp, aber er hilft wirklich. Kurz bevor man weiß, dass man gleich reden muss, einmal tief einatmen und vor allem ausatmen. Weil manchmal, du kennst das vielleicht, wenn man nervös ist, bei einem Referat zum Beispiel, da ist man angespannt, atmet flacher, und plötzlich fehlt einem die Luft. Dann kriegt man die Sätze nicht richtig raus, weil einem buchstäblich die Luft ausgeht. Wenn man vorher einmal richtig tief ausatmet, ist man gleich entspannter, und dann läuft’s besser. Manchmal hilft es auch, sich bewusst zu machen: Ich bin vorbereitet, ich weiß, wovon ich rede, was soll schon passieren?
campus a college: Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten?
Gabi Hiller: Zu wissen, über eine Million Menschen stehen gerade mit mir auf. Die hören mir zu und vielleicht haben sie dadurch einen besseren Start in den Tag, weil ich sie motivieren kann. Aufstehen ist ja nicht jeden Tag „juhu, yay, los geht’s“. Und natürlich: Ich stehe mit meinem besten Freund Philipp im Studio. Das ist einfach super. Was Besseres kann man sich für die Arbeit eigentlich nicht wünschen.
campus a college: Was gefällt dir weniger gut?
Gabi Hiller: Die Uhrzeit ist nicht das Beste, muss man ehrlich sagen. Aber es gibt so viele Menschen im ganzen Land, die das auch machen, die in Schichten arbeiten.
Manchmal ist es dieser extreme Fokus, du musst einfach komplett da sein. Ich kann mir keinen “lazy day“ erlauben, wo ich mir denke: Ach, heute hab ich keine Lust zu reden, und dann einfach gemütlich im Sessel hängen. Das geht nicht. Wir stehen ständig in der Auslage, wie Schaufensterpuppen. Jeder hört mit, und wenn du einen Fehler machst oder etwas Falsches sagst, hat das sofort eine Reaktion. Das ist schon viel. Manchmal bin ich nach diesen vier Stunden Sendung echt ausgelaugter, als wenn ich eine Stunde laufen gehe, einfach, weil es so intensiv ist.
campus a college: Gibt es ein Thema, über das du gerne sprechen würdest und noch nie die Chance hattest?
Gabi Hiller: Eigentlich nicht. Wir haben jeden Tag eine große Sitzung mit dem gesamten Wecker-Team. Jeder soll da einen Vorschlag bringen, was gerade interessant ist, worüber die Leute reden, womit man sie unterhalten oder motivieren könnte. Grundsätzlich passt jedes Thema irgendwie in die Sendung, es kommt nur darauf an, aus welcher Perspektive wir es erzählen oder mit welcher Schlagzeile wir es angehen. Oft besprechen wir auch Themen, einfach weil sie jemandem aus dem Team besonders am Herzen liegen. Dann überlegen wir gemeinsam: Wie können wir das so aufbereiten, dass es in den Ö3-Wecker passt?

campus a college: Was rätst du Jugendlichen, die auch Moderatorin werden wollen?
Gabi Hiller: Das klingt vielleicht blöd, aber ich würde dir den Tipp geben, nicht Moderatorin werden zu wollen. Das war nämlich auch nie mein Ziel oder mein Traum. Ich habe damals einfach mit einem Praktikum hier bei Ö3 angefangen, und war dann im Hörer-Service. Das ist die Schnittstelle zwischen dem Sender und den Hörerinnen und Hörern. Dann war ich Reporterin, später habe ich im Hintergrund gearbeitet. So ist das Ganze gewachsen, Schritt für Schritt. Ich finde, wenn man wirklich Interesse daran hat, gute Geschichten zu erzählen und Menschen zu motivieren, dann kann man diesen Weg gehen und vielleicht landet man irgendwann beim Moderieren. Aber ich würde das nicht gleich als erstes Ziel nennen. Denn was heißt das eigentlich? Was bedeutet Moderatorin für dich?
campus a college: Dass man eben, so wie du, mit den unterschiedlichsten Leuten redet, immer über die neuesten Themen informiert ist und das mit der Welt teilt.
Gabi Hiller: Guter Punkt, sehr schön zusammengefasst. Wenn das die Motivation dahinter ist, dann finde ich das wirklich gut. Einfach nur in der Öffentlichkeit stehen zu wollen, sollte jedenfalls nicht der Grund sein, denn ehrlich gesagt ist das manchmal gar nicht so cool, wie es aussieht.
campus a college: Wenn du nicht bei Ö3 wärst, was würdest du dann machen?
Gabi Hiller: Ich wollte immer ein eigenes Café haben. Ich bin ja gelernte Köchin und Kellnerin, das hat mir schon immer Spaß gemacht. Außerdem habe ich fünf Jahre in einer Bar gearbeitet. Das fand ich immer total cool. Da kommen jeden Tag neue Leute vorbei, es ist lebendig, aber überschaubar. Ich würde auch keine riesige Speisekarte haben, eher eine kleine, feine Auswahl. Offen hätte ich nur bis Mitternacht, maximal.
campus a college: Was ist bisher deine schönste Erfahrung bei Ö3?
Gabi Hiller: Das Ö3-Weihnachtswunder. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Das ist die Aktion, bei der wir fünf Tage vor Weihnachten das Studio zusammenpacken, um es dann in verschiedenen Städten Österreichs aufzubauen. Meistens an Plätzen, wo auch ein Christkindlmarkt ist. Von dort aus senden wir live. Wir erfüllen Musikwünsche gegen Spenden, und die Spenden kommen Familien in Not in Österreich zugute. Das Ganze ist sozusagen eine Rampe für das Christkind. Ich habe es zehn Jahre lang moderiert, dieses Jahr in Salzburg moderieren Philipp Hansa, Tina Ritschl und Andi Knoll.

campus a college: Hast du Lust auf ein Entweder-Oder Spiel? Hawi D’Ehre-Podcast oder Ö3-Weihnachtswunder?
Gabi Hiller: Gemeine Frage! Aber weil es wahrscheinlich mehr Menschen in Österreich hilft: Weihnachtswunder.
campus a college: Podcast oder Musik? Also was hörst du?
Gabi Hiller: Ich höre beides, aber doch mehr Musik.
campus a college: Willkommen in der Hillerei oder Frag das Ganze Land?
Gabi Hiller: Weil es eine witzige Sendung ist, die auch teilweise sehr schräg ist: Frag das ganze Land.
campus a college: Frühschicht oder Nachtschicht?
Gabi Hiller: Frühschicht.
campus a college: Dann noch zwei Lieder. Schifoan oder Last Christmas?
Gabi Hiller: Schifoan. Ich mag Last Christmas ehrlich gesagt nicht so. Ups, jetzt hab ich’s gesagt. Es gibt so viele andere richtig schöne Weihnachtslieder, aber bei Last Christmas, da verstehe ich den Hype einfach nicht.
campus a college: gibt es ein Geheimnis bei Ö3, das du verraten darfst?
Gabi Hiller: Vielleicht liest er das ja nicht. Also ich gestehe: Ich fladere ziemlich oft die Milch vom Chef. Für meinen Kaffee in der Früh. Er hat im Kühlschrank so ein beschriftetes Milchpackerl stehen und das nehme ich regelmäßig. Jetzt ist es raus. Wenn die Milch also mal leer ist, weiß er normalerweise nicht, wer’s war. Aber wenn er das hier liest, dann schon.
campus a college: Danke dir für deine Zeit!
Gabi Hiller: Danke dir, das war wirklich sehr gut. Ich finde, du hast das toll gemacht!
Kommentare