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Wo ist das Lachen der Kinder geblieben?

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Volontär · BRG Oeverseegasse
20.03.2026
3 Min.

Unser Alltag verändert sich ständig, doch manche Entwicklungen fallen erst auf, wenn man bewusst hinschaut. In den letzten Wochen habe ich drei Situationen erlebt, die mich nachdenklich gemacht haben: Leere Parks, unfreundliches Verhalten im Geschäft und fehlende Rücksicht im Bus. Diese Beobachtungen zeigen, wie sich Freizeitverhalten und Umgangsformen in unserer Gesellschaft verändern.

Wo sind unsere guten Manieren geblieben? (Foto: Shutterstock)

In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass sich unser Alltag und besonders das Verhalten vieler Menschen stark verändert haben. Drei Beobachtungen aus meinem eigenen Alltag haben mich besonders zum Nachdenken gebracht.

Erste Beobachtung: Leere Parks statt spielende Kinder

Es ist ein sonniger Samstagnachmittag, und ich gehe durch den Park. Die Luft riecht nach frisch gemähtem Gras, die Vögel zwitschern, und eigentlich wäre es der perfekte Tag, um draußen zu sein. Doch je weiter ich gehe, desto mehr fällt mir auf: Die Wiesen sind fast leer. Kein Kinderlachen, kein Ball, der über das Gras rollt, keine Gruppen, die sich hinter Bäumen verstecken. Nur ein paar Spaziergänger und Jogger kreuzen meinen Weg. Ich bleibe stehen und frage mich, was sich verändert hat, wo sind all die spielenden Kinder geblieben?

In letzter Zeit habe ich generell das Gefühl, dass sich unser Alltag und besonders das Verhalten vieler Menschen stark verändert haben. Drei Beobachtungen aus meinem eigenen Alltag haben mich besonders zum Nachdenken gebracht.

Ich fragte mich, warum sich das so verändert hat. Viele Kinder verbringen ihre Freizeit heute zu Hause, oft vor Handy, Tablet oder Computer. Digitale Unterhaltung ist jederzeit verfügbar und erfordert keinen Weg nach draußen. Gleichzeitig verlieren Kinder dadurch wichtige gemeinsame Erlebnisse im Freien, die früher selbstverständlich waren.

Zweite Beobachtung: Weniger Freundlichkeit im Alltag

Bei einem Einkauf fiel mir etwas anderes auf. Der Kassierer begrüßte jeden freundlich und verabschiedete sich höflich. Doch nur wenige Menschen reagierten darauf oder grüßten zurück. Manche schauten nicht einmal auf, sondern waren mit ihrem Handy beschäftigt oder wirkten genervt.

Als ich klein war, erschien mir der Umgang miteinander anders. Menschen grüßten einander automatisch, selbst Fremde begegneten sich mit einem kurzen Lächeln. Während ich an der Kasse stand, dachte ich darüber nach, wie wenig Aufwand Höflichkeit eigentlich bedeutet – und wie viel angenehmer sie den Alltag machen könnte.

Dritte Beobachtung: Fehlende Rücksichtnahme im öffentlichen Verkehr

Bei einer Busfahrt habe ich folgendes beobachtet: Viele Jugendliche saßen auf den Plätzen, während eine ältere Dame im Gang stehen musste. Obwohl mehrere sie gesehen haben mussten, bot niemand seinen Sitzplatz an. Die Situation dauerte mehrere Minuten, und die Frau hielt sich sichtbar unsicher an einer Stange fest.

Ich empfand das als unhöflich und traurig zugleich. Früher galt es als selbstverständlich, älteren Menschen einen Platz anzubieten. Vielleicht liegt es daran, dass viele heute stärker mit sich selbst beschäftigt sind oder weniger auf ihre Umgebung achten.

Wie hängen diese Beobachtungen zusammen?

Alle drei Situationen zeigen für mich eine gemeinsame Entwicklung: Menschen verbringen mehr Zeit in ihrer eigenen digitalen Welt und nehmen ihre Mitmenschen weniger bewusst wahr. Dadurch gehen kleine Gesten verloren, gemeinsames Spielen, freundliches Grüßen oder gegenseitige Rücksichtnahme.

Natürlich hat jede Zeit ihre Veränderungen, und nicht alles von früher war automatisch besser. Doch meine Beobachtungen zeigen, wie wichtig Aufmerksamkeit und Respekt im Alltag sind. Vielleicht beginnt Veränderung schon mit kleinen Schritten: öfter nach draußen gehen, bewusst grüßen oder anderen helfen. Denn eine freundliche Gesellschaft entsteht nicht von selbst. Sie entsteht durch das Verhalten jedes Einzelnen.

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