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Warum Krebs auch Jugendliche etwas angeht

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Volontärin · HLM HLW Krems
16.02.2026
2 Min.

Krebs wird häufig als Erkrankung des höheren Alters wahrgenommen, doch auch Kinder und Jugendliche können betroffen sein. Obwohl diese Fälle vergleichsweise selten sind, stellen sie Medizin, Forschung und Gesellschaft vor besondere Herausforderungen. Gerade deshalb ist eine gezielte Krebsforschung für junge Menschen entscheidend: Sie verbessert Heilungschancen, verringert Spätfolgen und ermöglicht ein gesundes Leben nach der Therapie.

Jugendlicher Zusammenhalt: Wenn Krebs im Spiel ist, kann er rasch wegfallen. (Foto: Pixabay)

Ist Krebsvorsorge für Jugendliche genauso wichtig wie für Erwachsene? Definitiv JA! Ich finde Krebsvorsorge ist bei Jugendlichen genauso wichtig wie bei Erwachsenen. Jugendliche haben ihr ganzes Leben vor sich und ich finde es unfair, wenn sie nur wegen einer zu spät erkannten Krebsdiagnose ihre Lebensweise komplett umstellen müssen und eventuell eine kürzere Lebenszeit haben. In ihrem Alter kann Krebs öfters mit einer leichteren Behandlung durchgeführt werden, und mit weniger Nebenwirkungen.

Schnelle Behandlung für gute Heilungs-Chancen

Krebs muss so schnell und gut wie möglich behandelt werden, damit eine bessere Heilungschance erzielt werden kann. Ein paar Krebsarten treffen bereits bei Kindern oder Jugendlichen auf, allerdings werden sie oft nicht entdeckt, da man bei Kindern nicht immer vom schlimmsten ausgeht und somit keine Krebsvorsorge macht.

Falls eine Krebsdiagnose erfolgt, muss man Kinder und Jugendliche anders behandeln, nicht nur physisch, sondern auch psychisch. In der Schule oder der Ausbildung sechs bis zwölf Monate fehlen und seine Freunde selten sehen? Klingt nicht schön, doch das ist leider oft die Realität. Von Krebs betroffene Personen müssen aufgrund von Behandlungen oft lange Zeit in einer Klinik verbringen.

Ebenfalls wird bei einer Chemo das Immunsystem geschwächt, was zur Folge haben kann, dass sie in Quarantäne gesetzt werden oder sehr aufpassen müssen, nicht krank zu werden. Hierdurch werden ihnen mögliche soziale Kontakte zum Beispiel in der Schule genommen. So verlieren sie eventuell ihre Freunde, da sie einander selten sehen. In so einer schweren Zeit braucht man aber Beständigkeit und soziale Begegnungen, damit man alle diese schweren Eregnisse verkraften kann.

Drohende Einsamkeit

Schon als ich einmal längere Zeit nur verletzt war, brauchte ich meine Freunde und Familie besonders und ich mag mir gar nicht vorstellen wie es ist in so einer tragischen Situation sich von anderen Personen distanzieren zu müssen. In so einer sensiblen Zeit des Lebens diese Diagnose zu bekommen, ist alles andere als leicht. Genau deswegen ist psychologische Betreuung neben der medizinischen so wichtig. Auch hier gilt wieder, umso früher der Krebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen und die Behandlungsdauer wird eventuell verkürzt.

Forschung nötig

Leider gibt es noch zu wenig Studien im Bezug auf Krebs bei Jugendlichen und Kindern. Es gibt inzwischen deutlich mehr Informationen darüber als vor 20 Jahren, doch noch immer nicht ausreichend. In den letzten Jahren sind die Forschungen um circa 30 Prozent mehr geworden, doch wir sind noch lange nicht dort wo wir sein sollen. Deswegen appelliere ich an alle Forschungsinstitute, mehr Studien durchzuführen, um Kindern und Jugendlichen zu helfen. Nur wenn die Forschungen besser werden, werden auch die Heilungschancen besser.

Ich bin der Meinung, es muss deutlich mehr Aufmerksamkeit im Bezug auf Krebs bei Jugendlichen geben. Vorsorge ist auch bei uns Jugendlichen wichtig, wir haben unser ganzes Leben vor uns und möchten nicht eingeschränkt werden. 



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die medizinische Universität Wien.

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