Wenn ich an Mörbisch denke, denke ich zuerst an das Haus von einem meiner besten Freunde. Im Sommer bin ich dort eigentlich immer wieder, manchmal nur für einen Tag, manchmal auch länger. Schon beim Ankommen fühlt sich alles anders an als in Wien. Es ist ruhiger, wärmer und irgendwie lockerer. Niemand schaut dauernd auf die Uhr, niemand hat sofort Stress. Wir sitzen draußen, reden, hören Musik oder überlegen, ob wir noch zum See fahren. Oft passiert gar nichts Besonderes, aber genau das macht es so angenehm. In Mörbisch muss nicht jede Minute geplant sein. Der Tag ergibt sich meistens von selbst.
Der Weg zum Wasser
Was fast immer dazugehört, ist der Neusiedler See. Wir fahren oft zum Mörbischer Strandbad, besonders an diesen Tagen, an denen es schon am Vormittag viel zu heiß ist. Dann gibt es eigentlich keinen besseren Plan, als ins Wasser zu gehen. Ich mag dieses Gefühl, wenn alle Sachen irgendwo auf der Wiese liegen, irgendwer Sonnencreme sucht und irgendwer schon längst im Wasser ist. Der See ist nicht türkisblau wie auf einer Postkarte, aber er hat etwas Eigenes. Er ist flach, weit und offen. Für mich fühlt er sich genau deshalb nach Sommer im Burgenland an.
Mit Freunden ist der Ort anders
Mörbisch wäre für mich wahrscheinlich nicht derselbe Ort, wenn ich dort nicht mit meinen Freunden wäre. Es geht nicht nur darum, wo man ist, sondern mit wem. Das Haus von meinem Freund ist für uns so ein Treffpunkt geworden. Dort ist man nicht wie in einem Hotel, wo alles sauber, anonym und ein bisschen unpersönlich ist. Dort kennt man die Wege, die Zimmer, die Terrasse und irgendwann auch die kleinen Gewohnheiten. Wer zu spät aufsteht, wer immer Hunger hat, wer beim Strandbad zuerst ins Wasser geht. Solche Dinge klingen nebensächlich, aber genau daraus entstehen Erinnerungen.
Einmal mit dem Boot über den See
Ein Erlebnis, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war eine Bootsfahrt über den Neusiedler See. Vom Ufer aus wirkt der See schon groß, aber vom Boot aus merkt man erst richtig, wie weit alles ist. Der Wind kommt einem entgegen, das Wasser bewegt sich die ganze Zeit und die Landschaft rundherum sieht plötzlich ganz anders aus. Es war nicht so ein übertriebener Action Moment, sondern eher ruhig und schön. Genau solche Sachen passen zu Mörbisch. Es muss nicht immer laut oder extrem sein, damit es besonders bleibt.
Kultur, die dort irgendwie passt
Ich war auch schon einmal bei einer Aufführung beim Opernsteinbruch in der Gegend von Mörbisch. Normalerweise wäre Oper jetzt nicht unbedingt das Erste, woran ich bei Sommer denke. Aber dort war es anders. Die Kulisse, die Stimmung am Abend und dieses Draußen Sitzen machen das Ganze viel besonderer. Es fühlt sich nicht so an, als würde man irgendwo gezwungen Kultur anschauen, sondern eher wie ein Erlebnis, das zu dieser Gegend passt. Genau das finde ich am Burgenland schön: Es gibt See, Wein, Sonne, aber eben auch solche Orte, die man nicht sofort erwartet.
Weingüter überall
In der Nähe von Mörbisch gibt es außerdem viele Weingüter. Wein gehört dort einfach zur Gegend dazu. Ich habe auch schon ab und zu den einen oder anderen Wein verkostet. Nicht, weil ich mich jetzt wahnsinnig gut damit auskenne, sondern weil es dort irgendwie dazugehört. Man sitzt zusammen, probiert etwas und plötzlich redet jemand darüber, ob der Wein eher fruchtig oder trocken ist. Ich finde genau solche Momente lustig, weil sie sich erwachsen anfühlen, aber trotzdem total entspannt sind.
Warum Mörbisch mehr Aufmerksamkeit verdient
Viele unterschätzen das Burgenland ein bisschen. Dabei hat Mörbisch genau das, was ein guter Sommerort braucht: Wasser, Wärme, gute Stimmung, schöne Abende und genug Möglichkeiten, ohne dass alles überfüllt wirkt. Der Ort drängt sich nicht auf. Er ist nicht laut und will nicht unbedingt beeindrucken. Aber wenn man ein paar Mal dort war, versteht man, warum Menschen gerne wiederkommen. Für mich ist Mörbisch kein Ort, den ich nur auf einer Karte sehe. Es ist ein Ort, an dem ich echte Sommertage erlebt habe.
Mein Lieblingsort im Burgenland
Mörbisch ist für mich mein Lieblingsort im Burgenland, weil dort so viele Dinge zusammenkommen, die ich am Sommer mag. Das Haus meines Freundes, der Neusiedler See, das Strandbad, Bootfahren, die Weingüter und diese Abende, an denen keiner so richtig nach Hause will. Es ist nicht perfekt und genau das macht es sympathisch. Mörbisch fühlt sich nicht wie ein geplanter Urlaub an, sondern wie ein Sommer, der einfach passiert. Und genau deshalb komme ich immer wieder gerne dorthin zurück.
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