sie winselt und weint
und bettelt und fleht
nach gnade, mit kaltem schweiß
sie bibbert und hält
in linker hand
ein schmelzendes himbeereis
ihr tropft der wein von den lippen herab
mit glänzender galle beschmiert
auf ihre porzellanhaut rinnt blut hinab
ihr purpurnes kleid zu zieren
die fensterläd’n schrei’n ihren namen
und lecken sich festlich die lippen
neben der zunge im einmachglas
liegt ein aschenbecher voll kippen
sprudelwasser quillt von den lidern
hummer krabbeln hinter rippen hervor und mit lieblichen hoheliedern
steigen sie ihren körper empor
im hintergrund läuft leise wagner
aus einem zerbrochenen salzstreuer
und neben der kofferwage
lodert ein züngelndes, rotes feuer
sie kann sich schon kaum mehr finden ihr hochmut zerquetscht ihr die daumen
und während sie sich leise windet
explodiert ihre decke aus daunen
aus dunklen gewitterwolken
regnet es nieren und herzen von hunden
und was auch immer sie werden sollte
erliegt ihren tödlichen wunden
ein strauß getrockneter nelken
steht in der spülmaschine
und im dunklen zimmer verwelkt
ein würfel gelatine
ein zigarettenhalter zerbricht
wenn der nachtwind ihn umwebt
und er rinnt auf ihr gesicht
als hätte sie nie gelebt
mit blutiger hand gehalten
zitternd ergreift sie die fahne
und wirft sie unverhalten
auf das porträt ihrer ahnen
noch sind es rauchzeichen
die ihre existenz beweisen
doch bald wächst statt ihr eine eiche
und in ihrem hals steckt ein eisen
sie wagt es nicht, sich zu rühren
sie weiß, rennen nützt ihr nichts
und um noch etwas zu spüren
schiebt sie sich das eis ins gesicht
die tränen schmecken nach himbeer
der hummer ist endlich tot
und ein letzter aufschrei versickert
im künstlichen morgenrot.
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