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Herr Minister Wiederkehr, wir brauchen eine bundesweite Schüler*innebefragung

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Volontärin · BRG / Borg St. Pölten
30.04.2026
3 Min.

Wir genug davon, nur durch ein starres System zu laufen. Zwischen langen Tagen und wenig Mitbestimmung wächst unser Wunsch nach echter Veränderung. Deshalb wenden wir uns direkt an Sie, Herr Minister, und das mit einem konkreten Vorschlag.

Wir wollen Veränderung! (Foto: shutterstock)

„Es bringt doch überhaupt nichts! Wir werden eh wieder nicht gehört!“ Genau solche Gedanken gehen uns viel zu oft durch den Kopf. Wir hören große Worte aus der Politik, aber in unserem Schulalltag kommt davon kaum etwas an. Und genau das frustriert uns.

Wir sind Schüler*innen des BRG/BORG St. Pölten, und wir erleben jeden Tag, wie anstrengend und unflexibel Schule gerade ist. Unser Alltag? Von 7 Uhr 40 bis nach 17 Uhr. Ja, richtig gehört. Unterricht, danach Hausaufgaben, Lernen, Tests. Und irgendwo dazwischen sollen wir auch noch ein Leben haben, Hobbys pflegen oder uns engagieren? Ehrlich: Das geht sich einfach nicht aus. Schule fühlt sich oft mehr wie ein Abarbeiten an als wie ein Ort, an dem wir uns entwickeln können.

Deshalb sagen wir ganz klar: Es braucht eine Wende. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt. Wir setzen auf Sie, Herr Minister. Daher bitten wir Sie, folgende Zeilen zu beherzigen.

Offener Brief

Herr Minister,

wir schreiben Ihnen nicht nur, weil wir unzufrieden sind, sondern weil wir überzeugt sind, dass es besser gehen kann. Und wir wollen nicht nur Probleme aufzählen, wir haben auch eine Idee. Denn wir können uns nicht alles von Ihnen erwarten, dessen sind wir uns bewusst. Sie brauchen unsere Hilfe, und wir brauchen Ihre Hilfe.

Stellen wir uns gemeinsam eine Schülerin vor: Sie interessiert sich für Politik, will später Psychologie studieren und organisiert gerne Events. Eine motivierte junge Person mit klaren Interessen. Trotzdem sitzt sie 44 Stunden pro Woche in der Schule und nur etwa 15 davon bringen ihr wirklich etwas für das, was sie interessiert. Der Rest fühlt sich oft wie Zeit an, die einfach vergeht, ohne echten Mehrwert.

Und genau da setzen wir an.

Wir wünschen uns ein System, das mehr so funktioniert wie an Unis: Wir wollen unseren Stundenplan zumindest teilweise selbst gestalten können. Natürlich braucht es Grundlagen, die stellen wir auch gar nicht infrage. Aber darüber hinaus sollten wir die Möglichkeit haben, unsere Interessen zu vertiefen, unsere Stärken auszubauen und uns in Richtungen zu entwickeln, die uns wirklich etwas bringen.

Denn ganz ehrlich: Was bringt es uns, wenn wir am Ende genau wissen, wo wir schlecht sind, aber nie die Chance hatten herauszufinden, worin wir wirklich gut sind?

So ein System würde uns nicht nur motivieren, sondern auch viel besser auf das echte Leben vorbereiten. Wir würden lernen, Verantwortung für unseren eigenen Weg zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und uns gezielt weiterzuentwickeln. Schule wäre dann nicht mehr nur Pflicht, sondern endlich auch sinnvoll.

Uns ist klar, dass das nicht von heute auf morgen geht. Aber genau deshalb ist es wichtig, jetzt damit anzufangen. Wir wollen nicht noch Jahre warten und denselben Frust weitertragen. Eine bundesweite SchülerInnenbefragung wäre daher wichtig mit den zentralen Fragen: Welche Fächer sollen ausgebaut werden? Welche braucht ihr nicht oder nicht mehr in dem Ausmaß? Wie stellt ihr euch den Unterricht vor? Wie lange sollte er maximal dauern?

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