Mein Vorbild war von klein auf meine ältere Cousine, Helena, kurz auch Heli. Durch den Altersunterschied von sieben Jahren hatte sie schon mehr erlebt und war, da ich keine älteren Geschwister besitze, in allen möglichen Aspekten bereits ein Vorbild für mich sowie eine Person, die ich jederzeit nach ihrer Meinung, ihrem Rat oder einfach nach einem offenen Ohr fragen konnte.
Erste Unsicherheiten im Umgang mit Social Media
Es gab eine Zeit, in der ich viel überdacht habe, oft überfordert war und sämtliche Aktionen anderer und meine überdacht habe. Besonders als ich Instagram gerade erst heruntergeladen hatte, war ich mir unsicher, welche Bilder für einen Post geeignet sind, ob ich vielleicht lieber gar nichts posten sollte oder ob ein ganzer Vlog sinnvoller wäre. Ein Satz meiner Cousine ist mir nach einem unserer Gespräche dabei besonders in Erinnerung geblieben: "Das Internet vergisst nicht, also sollten wir überlegen, was wir ihm anvertrauen." Zum ersten Mal wurde mir dadurch bewusst, wie viele Menschen tatsächlich Zugriff auf die Bilder und Inhalte haben, die ich ins Netz stelle.
Balance zwischen Vorsicht und Mut
Das bedeutet nicht, dass man nichts posten oder sich dauerhaft hinter einer anonymen Fassade verstecken sollte. Vielmehr geht es darum, sich bewusst zu machen, ob ein Post auch noch in drei oder fünf Jahren zu einem selbst passt. Es ist wichtig, hierbei die Balance zu finden, einerseits vorsichtig mit persönlichen Daten umzugehen, andererseits aber auch mutig genug zu sein, die eigene Meinung auch online klar zu äußern. Sie selbst hatte einige starke Statements online gepostet, nicht aus dem Drang heraus, Aufmerksamkeit zu bekommen, vielmehr um Haltung zu zeigen.
Für mich war das prägend, weil ich dadurch gelernt habe, dass die digitale Welt nicht nur aus Likes und Kommentaren besteht, sondern auch ein Raum sein kann, in dem man Werte teilt, andere unterstützt und kritisch hinterfragt. Meine Cousine hat mich dazu ermutigt, Social Media nicht als Bühne zu sehen, auf welcher man immer perfekt aussehen muss, sondern viel mehr als Möglichkeit, authentisch zu bleiben.
Meine wichtigste Lehre: Authentizität vor Perfektion
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, hat mich meine Cousine nicht nur im Alltag beeinflusst, sondern auch in meiner Haltung zur digitalen Welt sehr geprägt. Sie hat mir beigebracht, dass Authentizät wichtiger ist als Perfektion, und dass digitale Räume genauso von Respekt, Ehrlichkeit und Vertrauen leben wie persönliche Begegnungen.
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