Ich sitze im Auto und betrachte aus dem Fenster: Weit und breit nur trockene Felder, gelbes Gras und Wälder, die unter der Sommerhitze leiden. Mir fällt etwas in der Ferne auf. Ist das etwa Rauch? Wird da vielleicht etwas verbrannt? Nein. Das sind Waldbrände.
Leider sehen immer mehr Menschen in Bulgarien solche Bilder, wenn sie durch unser Land fahren. Es kommt bei uns auf dem Land immer öfter zu Bränden. Solche, die riesige Waldflächen und Felder vernichten, aber auch die Einwohner von naheliegenden Dörfern und Kleinstädten in Gefahr versetzen.
Hitze, Hitze und noch mehr Hitze
In Bulgarien war es im Sommer schon immer heiß. Heißer als in Österreich auf jeden Fall. Doch seit Wochen sind bei uns die Temperaturen ständig über dreißig Grad. Mittlerweile gewöhnen wir uns daran, aber die Natur scheint nur schwer damit klarzukommen. Felder, die üblicherweise bewirtschaftet werden, sind jetzt gelb und ausgetrocknet. Und das erhöht das Brandrisiko selbstverständlich enorm.
Üblicherweise höre ich im Sommer über Brände im Ausland. Jedes Jahr leidet zum Beispiel unser Nachbarland im Süden, Griechenland, unter riesigen Bränden. Doch mittlerwiele ist es bei uns etwa genauso heiß und dementsprechend trocken wie dort. Auch die bulgarischen Behörden warnen aktuell vor einer besonders hohen Brandgefahr.
Die aktuelle Lage
Auch jetzt, Ende August, ist die Situation angespannt. Allein vor wenigen Tagen wurden innerhalb von 24 Stunden 167 Brände in Bulgarien gelöscht, darunter zwei Brände in Waldgebieten. Zum Glück gab es dabei keine Verletzten.
Nicht nur die Hitze ist schuld daran
Trotzdem dürfen wir die Verantwortung nicht einfach dem Wetter zuschieben. Auch unser eigenes Verhalten spielt eine große Rolle. Eine trockene Grasfläche braucht nur eine achtlos weggeworfene Zigarette oder ein kleines Feuer, dass du vergessen hast richtig zu löschen und schon hast du einen Brand ausgelöst. Und dieser kann meist tagelang nicht gelöscht werden.
Was wir tun können
Deshalb geht dieses Problem uns alle an. Ich könnte denken, dass mich ein Feuer auf der anderen Seite des Landes nichts angeht. Aber irgendwann könnte der Rauch auch aus dem Wald in meiner Nähe kommen.
Jeder von uns trägt Verantwortung für die Natur, durch die wir wandern, fahren oder in der wir unsere Sommer mit Freunden verbringen. Gerade jetzt sollten wir besonders vorsichtig sein, wenn es sowieso schon wegen der Hitze so gefährlich ist.
Auch WWF Bulgarien macht auf die zunehmende Gefahr aufmerksam. Die Organisation unterstützt u. a. freiwillige Feuerwehrleute mit Ausrüstung und hilft bei der Versorgung von Wildtieren, die in Brände verletzt wurden. Gleichzeitig setzt sich die Natur- und Umweltschutzorganisation für den Schutz und die Wiederherstellung der verbrannten Waldflähcen ein. Ich sehe in Sofia überall Plakate der Organisation, die auffordern vorsichtig zu handeln.
Unsere Natur geht uns alle an
Waldbrände zerstören nicht nur unsere Bäume. Sie vernichten Lebensräume, gefährden Tiere, Häuser und ganze Dörfer und können für uns Menschen lebensgefährlich werden. Zusätzlich kommen noch die unzähligen langfristigen Folgen für die Natur. Sicherlich können wir einen Brand nicht alleine verhindern, aber wir können darauf achten, wie wir uns in der Natur verhalten. Und wenn wir alle ein bisschen verantwortungsvoller handeln, können wir verhindern, dass aus einem kleinen Funken eine vernichtende Katastrophe wird.
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