Viele Besucher kennen die berühmten Museen und Statuen meiner Heimatstadt Petersburg. Heute erzähle ich euch von der Eremitage. Nicht über ihre Säle oder ihre riesige Sammlung, sondern über flinke kleine Bewohner, die dort jeden Tag unterwegs sind. Es geht um Katzen, die sich im alten und im neuen Teil des Museums zu Hause fühlen. Die meisten Touristen sehen nur den modernen Abschnitt, doch wir Einheimischen kennen beide Bereiche. Wer beide kennt, versteht schnell, weshalb die Tiere so eng zu dieser Künstlerwelt gehören.
Wächter der Kunst
Eine alte Geschichte erzählt vom Ursprung dieser ungewöhnlichen Gemeinschaft. Zarin Katharina die Große holte die ersten Katzen in ihre Sammlung, um ihre Kunstschätze zu schützen. Sie vertraute ihnen, weil sie jedes Rascheln hören und jede Maus in Schach halten. Die Tiere bekamen im Kaiserreich eine wichtige Aufgabe und blieben im Laufe der Zeit einfach dort. Heute laufen ihre Nachkommen durch die Innenhöfe, springen über Treppenstufen und suchen sich sonnige Plätze an den Mauern. Ein kleines Schild in einem der Höfe zeigt eine Katze. Ich habe es gesehen, als ich dort war, und gleich danach tauchte die erste Samtpfote neben mir auf.
Die Eremitage beschäftigt sogar einen Pfleger, der die Katzen füttert und ihre Ruheplätze kennt. Die Tiere gehören für uns genauso zu diesem Ort wie Gemälde und Statuen. Wer sie einmal erlebt, vergisst sie nicht.
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