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Handysucht: Wie wir Schritt für Schritt die Kontrolle verlieren

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12.12.2025
2 Min.

Ständig erreichbar, ständig online und irgendwann abhängig. Immer öfter greifen wir automatisch zu unserem Handy, ohne es wirklich zu merken. Die Handysucht ist ein Phänomen unserer Zeit und betrifft nicht nur uns Jugendliche, sondern alle.

 

Wenn das Handy in die Beziehungen eingreift, ist es nicht mehr weit zur Sucht. (Foto: PJPhoto69)

Je häufiger Menschen das Handy nutzen, desto mehr gewöhnt sich ihr Gehirn daran, immer wieder kleine Reize und Ablenkungen zu erhalten. Ständig erreichbar zu sein, hat jedoch seinen Preis. Mit der Zeit fällt es Menschen schwerer, längere Zeit konzentriert zu bleiben oder einfach einmal nichts zu tun.

Viele bemerken nicht, wie sehr das Handy ihren Alltag bestimmt. Während des Lernens schauen sie kurz auf neue Nachrichten, übernehmen im Gespräch schnell eine Mitteilung oder greifen aus Gewohnheit zum Display, obwohl nichts passiert ist. Auch ich habe gemerkt, wie oft ich automatisch auf mein Handy schaue, selbst wenn es keinen wirklichen Grund dafür gibt. Dieses ständige Prüfen hat mich oft aus meiner Konzentration gerissen.

Schleichender Prozess

Besonders problematisch ist, dass dieser Prozess schleichend verläuft. Niemand wacht eines Tages auf und ist plötzlich handysüchtig. Menschen beginnen damit, das Handy häufiger nebenbei zu nutzen, dann steigt ihre Bildschirmzeit, und irgendwann entsteht bei ihnen das Gefühl, ohne Handy etwas zu verpassen. Dieses Gefühl, ständig auf dem Laufenden sein zu müssen, verstärkt ihr Verhalten.

So geraten sie Schritt für Schritt in einen Kreislauf aus Ablenkung, Belohnung und erneutem Griff zum Smartphone. Auch ich habe bei mir selbst beobachtet, wie schnell man in diesen Kreislauf gerät. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen. Doch inzwischen lege ich mein Handy bewusst öfter weg oder schalte es ganz aus. Ich merke dabei, wie gut mir das tut. Ich fühle mich ruhiger und kann mich besser auf andere Dinge konzentrieren.

Blick auf den Bildschirm statt in die Augen

Die zunehmende Nutzung wirkt sich nicht nur auf die Freizeit aus, sondern auch auf die psychische Gesundheit. Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, ständige Unruhe oder das Gefühl, nie richtig abschalten zu können, treten bei vielen häufiger auf. Auch soziale Beziehungen leiden darunter. Wenn Menschen bei einem Treffen mehr auf den Bildschirm als in die Gesichter der Freunde schauen, zeigt das, wie sehr das Handy ihre Aufmerksamkeit dominiert.

Wichtig ist zu verstehen, dass nicht das Handy selbst das Problem ist, sondern der Umgang damit. Smartphones sind praktisch, doch Menschen müssen selbst bestimmen, wann sie sie nutzen – und nicht umgekehrt. Kleine Schritte wie feste Handy-Pausen, ausgeschaltete Benachrichtigungen oder bewusst offline verbrachte Zeiten können helfen, wieder mehr Kontrolle zurückzugewinnen. Auch mir haben diese Maßnahmen gezeigt, wie wertvoll es ist, das Handy bewusst aus der Hand zu legen. Seit ich das mache, habe ich mehr Ruhe, mehr Zeit und fühle mich weniger gestresst.





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