In diesem Beitrag möchte ich euch von einer Beobachtung erzählen, die mir diese Woche aufgefallen ist. Mir ist etwas Seltsames, und auch ziemlich Beunruhigendes, aufgefallen, aber fangen wir ganz am Anfang an:
Handy-Wahn
Ein Freund hat mich kürzlich zu sich eingeladen, um gemeinsam zu lernen. Ich packte meine Schulsachen ein und machte mich auf den Weg. Als ich bei ihm ankam, öffnete er die Tür mit der linken Hand, in der rechten hielt er sein Smartphone. Kein Gruß, kein Augenkontakt. Erst nachdem ich ihn darauf aufmerksam machte, steckte er das Handy verlegen weg.
Später, als wir schon die Hälfte des Stoffes durchgearbeitet hatten, wollte ich etwas im Internet nachschlagen. Das dauerte gerade mal dreißig Sekunden, doch in dieser Zeit nahm er schon wieder das Handy zur Hand und schaute Videos an. Dieses Verhalten ist mir nicht nur bei ihm aufgefallen, sondern bei vielen meiner Freunde. Die Aufmerksamkeitsspanne scheint deutlich kürzer geworden zu sein als früher.
Online-Spiele statt "normale" Spiele
Eine zweite Beobachtung betrifft die Kommunikation im echten Leben. Schülerinnen und Schüler reden und interagieren heute viel weniger miteinander. Selbst ich erwische mich manchmal dabei, Online-Videospiele mit Freunden zu spielen, anstatt nach draußen zu gehen. Viele Apps und Spiele haben ein sogenanntes „Streak-System“: Wir bekommen Punkte für jeden Tag, an dem wir in Folge online sind oder spielen. So verbringen wir deutlich mehr Zeit am Bildschirm.
Und genau dieses System führt mich zu meiner dritten Beobachtung.
Handyexperiment
Viele Schulen in Österreich führen ein sogenanntes „Handyexperiment“ durch, bei dem Schülerinnen und Schüler für 21 Tage auf das Smartphone, und teilweise auch auf andere Bildschirme, verzichten sollen. Meine Schule hat das ebenfalls ausprobiert, und erstaunlich viele Schülerinnen und Schüler zeigten echte Entzugserscheinungen: Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder sogar Aggressionen. Einige berichteten, dass sie ohne Handy gar nicht einschlafen könnten. Ist das nicht beunruhigend?
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