halte ein
und die welt ist dein
halte an
und die welt, wie du sie gekannt
wird ein tristes niemandsland
voller drang und voller zwang
das, was du zu sagen hast
wird genormt und geglättet und zensiert
zum verdauen schön frisiert
und als leadsatz wieder ausgespuckt
es liegt mir auf der zunge
doch ich halte ein
halte an
und die wahrheit, die ich gekannt
fällt in sich zusamm’n
wie ein kartenhaus
ich halte aus
ich halte ein
und aus dem einen werden zwei
werden drei, werden vier
tote sätze ohne inhalt auf papier
ich sitze hier
und schlürfe beleidigt wein
und halte ein
ich halte an
weil ich nichts neues sagen kann
alles was ich sage
basiert auf anderem gesagten
und alles was ich schreibe
basiert auf anderer geschreibsel
daher fange ich nun an
damit vergessen ich das kann
und aus allem nicht erlernten
etwas neues schöpfen kann
halte an
halte an
Volontärin ·
BG / Borg Liebenau
18.09.2026
1 Min.
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