Gurbet, Abschied von meiner geliebten Heimat

Kein Profil-Bild gefunden.
Volontärin · Joseph Haydn-Realgymnasium
09.01.2026
1 Min.
Prizrens Altstadt mit ihren alten Häusern und der Moschee im Hintergrund. (Foto: Loresa Limani)

Es ist ein Frühlingsmorgen im Kosovo. Die Sonne geht gerade auf, langsam, als hätte sie es nicht eilig. Die Luft ist kühl, und ich spüre den Wind auf meinem Gesicht. Es riecht nach Erinnerungen und nach Zuhause. Ich stehe hier mit meinem Koffer und höre die Vögel zwitschern, als wäre es ein ganz normaler Tag. Aber es ist keiner.

Heute fahre ich nach Österreich.

Ich schaue auf die Straße, die ich seit meiner Kindheit kenne. Alles ist mir so vertraut, dass es weh tut. Meine Familie ist bei mir. Ihre Stimmen sind leise, ihre Blicke schwerer als je zuvor. Ich will mir jeden Moment merken, jedes Gesicht, jedes Gefühl. Mein Herz ist voll, und trotzdem fühlt es sich leer an.

Ich liebe diesen Ort – die Kultur, die Wärme der Menschen, die Art, wie wir zusammen essen, lachen und reden. Hier gehöre ich nie nur mir selbst, immer auch den anderen. Genau das werde ich vermissen.

Während ich gehe, merke ich, wie schwer Abschied sein kann. Dieser Ort bleibt in mir, egal wohin ich gehen sollte.

Gurbet, mein Heimatsort.




Dir gefällt der Artikel?

campus a college-Preis für Kurzgeschichten & Gedichte Melde dich an um abzustimmen.

Kommentare