Es ist schon ein bisschen länger her, da war ich noch in der vierten Klasse im Gymnasium. Wir hatten gerade Deutsch mit unseren Klassenvorständin und eigentlich ging es darum, dass man Farben oder Adjektive nicht steigern kann. Unsere Klasse war da aber anderer Meinung. Weil wie kann ich sonst sagen, dass ein Baum im Frühling viel grüner ist als ein Baum im Herbst. Und ich meine jetzt nicht den Teil vom Herbst, in dem alle Blätter schon braun sind, sondern den Teil, in dem sie schon ein bisschen gelber sind als zuvor. Ein anderes Beispiel: Wenn man die Farben petrol und jade nimmt und miteinander vergleicht, ist Petrol nunmal blauer als Türkis und Jade grüner. Oder nicht?
"Lebendig" lässt sich steigern
Dann kamen wir zum Adjektiv „lebendig“. Wenn man es mit Humor betrachtet, hat „lebendig“ sogar vier „Steigerungsformen“: lebendig, tot, auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Das war natürlich nicht ganz ernst gemeint, sondern eher als Witz gedacht. Trotzdem zeigt es, dass man mit Sprache kreativ umgehen und Begriffe manchmal unterschiedlich interpretieren kann.
Nachdem wir so viele Argumente gesammelt hatten, musste unsere Lehrerin schließlich zugeben, dass unsere Überlegungen zumindest nachvollziehbar sind. Ob sie es in Zukunft anders unterrichtet, wissen wir nicht – aber wir haben auf jeden Fall unser Bestes gegeben.
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